„…wie das Loch vom Plumpsklo.“, „Am liebsten hätten Sie mich vergast…“

von Thorsten Blaufelder

Angehende Juristen sollten sich eine Beleidigung ihrer Ausbilder gut überlegen. Der Anwaltsgerichtshof Nordrhein-Westfalen in Hamm bestätigte mit einem am Dienstag, 12.04.2016, bekanntgegebenen Urteil eine fünfjährige Zulassungssperre zur Rechtsanwältin, weil die Bewerberin während ihrer Ausbildung einen Staatsanwalt schwer beleidigt und mit einem „Loch vom Plumpsklo“ verglichen hatte (AZ: 1 AGH 25/15).

Die heute 34-jährige juristische Assessorin aus Köln hatte sich während ihrer Ausbildung durch einen Staatsanwalt ungerecht bewertet gefühlt. Ihrem Ärger machte die damalige Referendarin in einer E-Mail Luft. Darin schrieb sie unter anderem:

„Sie sind ein provinzieller Staatsanwalt, der nie aus dem Kaff rausgekommen ist, in dem er versauert. Ihr Weltbild entspricht dem des typischen deutschen Staatsbürgers von 1940. Mit Ihrem Leben und Ihrer Person sind Sie so zufrieden wie das Loch vom Plumpsklo. (…) Als Sie mich vor sich hatten, sind Sie von Neid fast verblasst. Ich konnte Ihren Hass geradezu sinnlich wahrnehmen. Am liebsten hätten Sie mich vergast, aber das ist ja heute out.“

Wegen Beleidigung wurde die Assessorin zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30,00 € (insgesamt 1.800,00 €) verurteilt. Während des Verfahrens bekam auch die ermittelnde Oberstaatsanwältin ihr Fett weg. Ihr schrieb die Referendarin:

„Ich bestaune die Praxis der Staatsanwaltschaft (…), Rechtsbrüche zu verfolgen, ohne sich selber an das Recht zu halten. Sollte das eine Frage der inneren Einstellung sein, gehören Sie nicht in den Justizdienst. Sollte das intellektuell bedingt sein, so besuchen Sie doch noch einmal eine Grundstudiumsvorlesung ...

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