AG Köln: Private Videoaufnahmen können Einbrecher strafprozessrechtlich überführen

von Constantin Beier

Nach Ansicht des AG Köln (Urt. v. 11.11.2015, Az.: 526 Ds 490/14) sind private Videoaufzeichnungen, die einen Einbrecher bei der Tat zeigen strafprozessual als Beweismittel zulässig, auch wenn sie einen Eingriff in das Allgemeine Persönlichkeitsrecht des Täters gemäß Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG darstellen. Das Strafverfolgungsinteresse der Öffentlichkeit ist höher zu bewerten als die Persönlichkeitsinteresse einer einzelnen Person.
Im zu entscheidenden Fall hatte die Täterin gemeinschaftlich mit einer Mittäterin versucht in ein Mehrfamilienhaus einzubrechen. Sie wollte die Wohnungstür mittels eines mitgebrachten Werkzeugs aufhebeln, um anschließend Gegenstände aus der Wohnung zu entwenden. Dabei wurde sie jedoch von einer Kamera aufgenommen, die sie durch den Türspion filmte. Diese Kamera, welche automatisch Aufnahmen tätigt, sofern sich Personen in ihrem Aufnahmefeld bewegen, hatte der Wohnungsinhaber installiert. Aufgrund dieser Aufnahmen konnte die Täterin überführt werden und vom AG Köln nach §§ 242 Abs. 1, 244 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2, 22, 23, 25 Abs. 2 StGB wegen versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt werden. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe wurde dabei gemäß § 56 Abs. 2 StGB zur Bewährung ausgesetzt ...

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