Ehevertraglicher Gesamtverzicht – ansonsten keine Heirat.

Ehevertraglicher Gesamtverzicht – ansonsten keine Heirat.

10April Veröffentlicht in Fälle aus meiner Praxis

stadtratte – Fotolia.com

Vor diese Alternative werden auch heute noch insbesondere Frauen von ihren zukünftigen Männern gestellt.

Vor einiger Zeit kam eine junge Frau aus Heidelberg in meine Kanzlei und erklärte mir, dass ihr Verlobter sie nur heiraten wollte, wenn sie einen Ehevertrag, dessen Entwurf sie dabei hatte, unterschreibt.

Auf meine Nachfrage nach ihren Lebensumständen, erzählte sie mir, dass sie aus einfachen Verhältnissen käme und eine Ausbildung zur Konditorin abgeschlossen habe. Auf einer Party habe sie ihren jetzigen Verlobten kennengelernt, welcher aus einer Unternehmerfamilie stamme. Er selbst sei Geschäftsführer eines im Eigentum seines Vaters stehenden Bauunternehmens, welches er in Kürze übertragen bekommen sollte. Zudem gab es weiteres Vermögen, das er als einziges Kind einmal erben würde.

Die Eltern ihres Verlobten seien gegen die Beziehung, doch ihr Verlobter stehe zu ihr.

Sie sei im dritten Monat schwanger und sie wollten noch vor der Geburt des Kindes heiraten. Allerdings habe ihr Verlobter zur Bedingung gemacht, dass sie vorab den auf seine Veranlassung hin erstellten Ehevertrag unterzeichnet.

Da sie jedoch sah, dass in diesem Vertrag oft von einem ihrerseitigen Verzicht die Rede war, wollte sie den Vertrag von mir überprüfen lassen.

In dem Vertrag wurde zunächst Gütertrennung vereinbart.

Damit wird der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft ausgeschlossen und alles, was in der Ehe von einem Ehepartner erlangt wird, verbleibt auch bei einer Scheidung ohne jeglichen Ausgleich bei ihm. Es war aus Sicht des zukünftigen Ehemannes nachvollziehbar, dass er den Betrieb, den er von seinem Vater erhalten sollte, nicht den Risiken einer Zugewinngemeinschaft unterwerfen wollte ...

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