Loveparade – und ein (vorläufiges) Ende

Das Landgericht Duisburg hat die Anklage im Loveparade-Strafverfahren nicht zugelassen und die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt.

Gegen den Beschluss des Landgerichts Duisburg können sowohl die Staatsanwaltschaft wie auch die Nebenkläger binnen einer Woche sofortige Beschwerde einlegen. Über diese entscheidet das Oberlandesgericht Düsseldorf. Sollte dieser Beschluss rechtskräftig werden, wird es keine Hauptverhandlung gegen die zehn angeschuldigten Personen geben.

Inhaltsübersicht

  • Die Entscheidung des Landgerichts Duisburg
  • Inhaltliche und methodische Mängel des Gutachtens
  • Besorgnis der Befangenheit des Gutachters Prof. Dr. Still
  • Die gutachterliche These der Unumkehrbarkeit des Geschehens

Die Entscheidung des Landgerichts Duisburg[↑]

Die Strafkammer hat nach Eingang der Anklageschrift die gesetzliche Aufgabe, die mit der Anklage erhobenen Vorwürfe zunächst daraufhin zu prüfen, ob eine Hauptverhandlung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu einer Verurteilung der Angeschuldigten führt. Nur dann darf eine solche Hauptverhandlung durchgeführt werden. Die eingehende Prüfung der Anklagevorwürfe und der hierzu vorgelegten Beweismittel durch die 5. Große Strafkammer des Landgerichts Duisburg hat nach Überzeugung der Duisburger Richter ergeben, dass kein hinreichender Tatverdacht besteht. Die Vorwürfe der Anklage können mit den vorgelegten Beweismitteln nicht bewiesen werden. Eine Verurteilung der Angeklagten ist deshalb nicht zu erwarten. Das hat die Kammer in ihrem 460 Seiten umfassenden Beschluss im Einzelnen dargelegt.

Das wesentliche Beweismittel, auf dem die Anklage beruht, ist das Gutachten des Sachverständigen Prof. Dr. Still. Dieses Gutachten ist nach Auffassung der Kammer jedoch nicht verwertbar. So leide es an gravierenden inhaltlichen und methodischen Mängeln ...

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