Legitimation eines Kindes im Irak

Die Legitimation eines Kindes im Irak steht einem nach den deutschen Sachvorschriften begründeten Annahmeverhältnis gleich.

Anders als in einigen islamischen Staaten enthält das irakische Recht kein ausdrückliches Verbot der Adoption.

Eine Anfügung nach Art. 39 JFüG geht über eine Vormundschaft oder einer Pflegschaft im Sinne des deutschen Rechts hinaus. Sie beinhaltet vielmehr eine dauerhafte Eingliederung des Kindes in die neue Familie. Nach Art. 43 JFüG hat die Anfügung vor allem zwei Rechtsfolgen. Es handelt sich um die Verpflichtung der Antragsteller, das aufgenommene Kind auch über die Volljährigkeit hinaus zu unterhalten, bis es dazu selbst fähig ist bzw. heiratet (Mädchen). Außerdem werden die Antragsteller verpflichtet, das Kind im Rahmen der islamisch-rechtlichen Gesetze zu einem Drittel des Nachlasses unwiderruflich als Erbe einzusetzen.

Daraus folgt eine rechtliche Bindung zwischen dem Kind und den Antragstellern hinsichtlich des Sorgerechts, Unterhaltsrechts und einem zwingenden Erbrecht.

Neben dieser Anfügung hat das Amtsgericht im Irak aber auch die legitime Anerkennung des Kindes durch den Antragsteller nach Art 52 JFüG ausgesprochen. Durch die Anerkennung hat der Antragsteller das Kind mit Bestätigung der Antragstellerin als sein eigenes anerkannt. Das Amtsgericht hat daraufhin diese Abstammungsanerkennung festgehalten und die Ausstellung einer entsprechenden Geburtsurkunde für das Kind angeordnet.

Durch die Legitimation wird ein Kind dauerhaft in eine neue Familie eingegliedert. Die Legitimation stellt das Kind zudem völlig in die Rechtsposition eines legitimen leiblichen Kindes, einschließlich der Namensführung. Diese beiden Rechtsinstitute wurden in einem Verfahren zulässigerweise kombiniert ...

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