Unbekannter Dichter mobbt Politiker

von Andreas Stephan

In der Stadt Wittenburg (6300 Einwohner; Mecklenburg-Vorpommern) treibt seit einiger Zeit ein Dichter sein Unwesen und Lokalpolitiker damit in den Wahnsinn. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verleumdung und Beleidigung.

Was war passiert?

Seit einigen Monaten ist ein bisher unbekannter Dichter am Werk, der regelmäßig in Briefkästen oder öffentlich auf Gehwegen eher sonderbare Gedichte hinterlässt. Diese richten sich in erster Linie an die örtlichen Politiker.

In einem Gedicht über die Bürgermeisterin mit dem Titel „Die Falschfahrerin“ heißt es beispielsweise:

„Ne blonde Frau mit Rinderwahn
fuhr neulich auf der Autobahn.
Durch ihre Magersucht schon dumm,
befuhr sie diese falsch herum.“

Bekannt sind bisher insgesamt 29 solcher „Gedichte“. Die Bürgermeisterin ist natürlich wenig begeistert und sieht die Gedichte nicht mehr von dem Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Ihrer Ansicht nach handelt es sich um massive Beleidigungen, Verleumdungen und bloße Diffamierungen.

In den Reihen der von den Gedichten betroffenen Politikern vermutet man eine gezielte Aktion und die Fortsetzung von Kommunalpolitik mit fragwürdigen Mitteln. Auffällig erscheint ihnen, dass bislang Mitglieder aller Stadtratsfraktionen betroffen waren, nur noch kein einziges Mitglied der CDU-Fraktion ...

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