„Am liebsten hätten Sie mich vergast“ – Zulassung als Anwältin verweigert

von Stephan Weinberger

Die Rechtsanwaltskammer Köln verweigert einer Frau die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, weil sie sich der Berufsausübung unwürdig erweisen würde. Das zuständige Gericht bestätigt die Ansicht der Kammer erstinstanzlich. Über den Berufungsantrag ist noch nicht entschieden. Doch was war passiert? Die Frau wurde gegenüber ihrem Ausbilder grob beleidigend und soll mit diffusen Rechtsansichten auftreten.

Die damals 29-jährige war im Rahmen des Referendariats der Staatsanwaltschaft zugeteilt. Auf dem Plan standen die Ausarbeitung einer Anklageschrift, das Besprechen von Akten und die Vorbereitung von Hauptverhandlungsterminen. Ihre Leistungen waren nicht schlecht, aber auch nicht besonders hervorragend. Im vom Staatsanwalt ausgestellten Stationszeugnis wurde ihre Leistung mit „befriedigend“ bewertet. Unter Juristen kann man sich damit sehen lassen. Im Staatsexamen schneidet die meisten weit schlechter ab.

Mit dieser Beurteilung war die Frau aber keineswegs einverstanden, vielmehr erbost. So entschied sie sich im Februar 2011 eine Email an den Staatsanwalt zu schreiben, um sich „Luft zu machen“, wie sie später aussagte. Sie schrieb: „Sie sind ein provinzieller Staatsanwalt, der nie aus dem Kaff rausgekommen ist, in dem er versauert“, schrieb sie. „Mit Ihrem Leben und Ihrer Person sind Sie so zufrieden wie das Loch vom Plumpsklo. „Ihr Weltbild entspricht dem des typischen deutschen Staatsbürgers von 1940.“ „Als Sie mich vor sich hatten, sind Sie vor Neid fast erblasst. Ich konnte Ihren Hass geradezu sinnlich wahrnehmen. Am liebsten hätten Sie mich vergast, aber das ist ja heute out. Also taten Sie das einzige, wozu Ihnen Ihre begrenzte Position die Möglichkeit gibt: Sie stellten mir ein wirres Zeugnis aus, das an jeder Realität vorbeigeht.“

Das ging dem Staatsanwalt dann doch zu weit. Er erstattete Strafanzeige und stellte Strafantrag wegen Beleidigung gegen die ehemalige Auszubildende ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK