Unterhaltszahlungen im Wechselmodell – wer zahlt wie viel?

  1. Wechselmodell und Unterhalt
  2. Vor- und Nachteile des Wechselmodells
  3. Echtes und unechtes Wechselmodell
  4. Auswirkungen auf den zu zahlenden Unterhalt
  5. Beispiel einer Unterhaltsberechnung im Wechselmodell
  6. Fazit
  7. Praxistipp
1. Wechselmodell und Unterhalt

Als Wechselmodell wird im Familien- und Unterhaltsrecht das Betreuungsmodell zwischen getrennten Elternteilen hinsichtlich des gemeinsamen Kindes (oder mehrerer Kinder) bezeichnet, indem beide Elternteile gleich viel Betreuungsleistung erbringen. Unter den Begriff der „Betreuungsleistung“ fällt dabei auch das Wohnen beim Elternteil. Das Wechselmodell ist also als Abkehr bzw. Modifikation des klassischen sog. Residenzmodells zu sehen, wonach das Kind bei lediglich einem Elternteil wohnt und der andere Elternteil seinen Betreuungsanteil im Wesentlichen durch die Zahlung von Unterhalt erbringt (vom Umgangsrecht abgesehen).
Da das deutsche Familienrecht (z.B. in § 1606 Abs. 3 S. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches – BGB) nach wie vor weitestgehend vom Residenzmodell ausgeht, entstehen bei der Durchführung des Wechselmodells diverse rechtliche Probleme, etwa bei der Berechnung des Unterhalts. Das Wechselmodell ist außerdem hinsichtlich der Wahrung und Förderung des Kindeswohls bei Erziehungspsychologen nicht unumstritten.

2. Vor- und Nachteile des Wechselmodells

Während das klassische Residenzmodell davon ausgeht, dass das Kind nur bei einem Elternteil dauerhaft wohnt („residiert“, daher der Name), geht das Wechselmodell von einem regelmäßigen Wohnen des Kindes bei beiden Elternteilen aus. In Anlehnung an den Residenzbegriff wird das Wechselmodell daher auch als Doppelresidenzmodell oder als Pendelmodell bezeichnet.

Der Begriff „Pendelmodell“ beinhaltet einen der wesentlichen Kritikpunkte des Wechselmodells: Diesem wird immer wieder u.a ...

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