Schnelles Helles MC – LKA gründet Rocker-Club

von Andreas Stephan

Im Kampf gegen die Rockerkriminalität der Hells Angels greift das LKA Rheinland-Pfalz zu eher unkonventionellen Methoden: Es wurde ein eigener Rocker-Club als Konkurrenz gegründet. Der Name: Schnelles Helles MC (kein Aprilscherz).

Am Landgericht Koblenz läuft derzeit ein Rocker-Prozess gegen insgesamt 9 Rocker der Hells Angels Bonn wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberischer Erpressung, schwerer Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz. Ein anonymer Tippgeber brachte die Ermittlungen ins Rollen und warnte das LKA Rheinland-Pfalz in Briefen nachdrücklich vor den Rockern.

Dabei griff das LKA Rheinland-Pfalz im Zuge der Ermittlungen zu eher unkonventionellen Methoden. Man gründete einen neuen Rocker-Club namens „Schnelles Helles MC“. Die Mitglieder des Clubs sind verdeckte Ermittler. Damit wollte das LKA herausfinden, ob die Hells Angels den neuen Club im eigenen Revier respektieren und dulden würden. Die Undercover-Rocker kamen von mehreren Landeskriminalämtern und dem Bundeskriminalamt und sollen nach Zeugenaussagen von dem Auftreten und der Statur glatt als Rocker durchgehen. Es sollen wortwörtlich „richtige Kleiderschränke“ gewesen sein.

Der Einsatz von verdeckten Ermittlern an sich ist noch nicht so ungewöhnlich. Ungewöhnlicher ist da schon das eigens entworfene Logo des neuen Clubs:

Bild: Lee Brimelow – wikimedia – CC BY 2.0

Damit wollte man bewusst auf Konfrontationskurs zu den Hells Angels gehen, was bislang eher ungewöhnlich war. Hinsichtlich der Aufmachung und der Schriftart weist das Logo eine gewisse Ähnlichkeit mit dem der Hells Angels auf. Spätestens jetzt konnte man in Ermittlerkreisen davon ausgehen, dass die Hells Angels nicht gerade erfreut sein werden, wenn sie dieses Logo zu Gesicht bekommen. Die Undercover-Rocker des LKA wollten aber bewusst auffallen und taten einiges, um den Hells Angels in die Quere zu kommen ...

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