Arbeitgeber zahlt Lohn unpünktlich und verursacht damit Schaden von 76.000 EUR beim Arbeitnehmer

von Thorsten Blaufelder

Zahlen Arbeitgeber nicht pünktlich den Lohn, sind sie für mögliche Folgen grundsätzlich schadenersatzpflichtig. Dies hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in einem kürzlich veröffentlichten Urteil vom 24.09.2015 entschieden (AZ: 2 Sa 555/14). Es sprach damit einem Hilfsarbeiter über 76.000,00 € Schadenersatz wegen der Zwangsversteigerung seines Hauses zu.

Der Mann arbeitete im Baugewerbe. Seinem Arbeitgeber ging es wirtschaftlich jedoch nicht sehr gut. Von Juni 2012 bis Januar 2013 wurde der Lohn des Mannes nicht pünktlich in voller Höhe gezahlt. Im Januar 2013 blieb letztlich ein Fehlbetrag von über 1.300,00 €.

Dies blieb für den Hilfsarbeiter und seiner Frau nicht folgenlos. Das Paar verfügte über ein kreditfinanziertes Eigenheim. Als es bereits 2012 wegen der unregelmäßigen Lohnzahlungen die Raten bei ihrer Sparkasse nicht pünktlich begleichen konnte, wurde der Darlehensvertrag nach zwei Mahnungen gekündigt.

Die Sparkasse ließ sich jedoch noch einmal umstimmen. Sie traf mit dem Hilfsarbeiter eine Vereinbarung, nach der er ab 2013 mindestens 1.000,00 € monatlich an Darlehensraten aufbringen muss. Bei einem Raten-Verzug von länger als zehn Tagen sollte das gesamte Darlehen sofort fällig werden. Eine Zwangsversteigerung würde dann ebenfalls drohen.

Als dann der Arbeitgeber des Mannes erneut den Lohn in Höhe von 1.800,00 € nicht pünktlich auszahlte und auch der Dispo tief ins Minus geriet, konnte das Paar die im Januar 2013 fällige Hausrate nicht aufbringen. Auch eine zwischenzeitlich geleistete Lohnzahlung des Arbeitgebers in Höhe von 500,00 € half nicht mehr.

Die Sparkasse forderte wegen des Zahlungsverzugs das gesamte Darlehen zurück. Das Haus mit einem Verkehrswert von 140.000,00 € wurde schließlich zwangsversteigert. Doch der Versteigerungserlös belief sich nur auf etwa die Hälfte seines Werts. Den Differenzbetrag in Höhe von über 76 ...

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