Ein teurer Joint – Verfahren wegen 0,05 Gramm Marihuana

von Stephan Weinberger

Das Amtsgericht in Dachau verhandelte gegen einen 18-jährigen Azubi wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dem jungen Mann wird der Besitz von 0,05 Gramm Marihuana vorgeworfen. Finanziert vom Steuerzahler sind an dem Verfahren noch ein Staatsanwalt, zwei Vertreter der Jugendgerichtshilfe und selbstverständlich auch der Jugendrichter, Daniel Dorner, beteiligt. „Ich gebe zu, das ist nicht die schwerste Straftat, die ich je verhandelt habe“, so Dorner. Bayern kennt keine Gnade, wenn es um das Betäubungsmittelgesetz geht. Dabei ist auch unerheblich, dass Dorner sogar glaubt, dass das Gras im sichergestellten Joint gar nicht vom Angeklagten stammt.

Der Vorfall trug sich bereits im November 2015 zu, als der Azubi in einem Münchner Nachtclub mit Freunden feiern war. Zusammen mit sieben Kumpels stieg er danach über einen Zaun in den Innenhof eines Gewerbebetriebs, allerdings nicht unbemerkt von einer Polizeistreife. Diese beobachtete auch, wie zwei der Jugendlichen sich im Flutlicht einer Anlieferrampe gemütlich einen Joint drehten. Die Beamten warteten noch ab, bis der Joint fertig gedreht war, dann erfolgte der Zugriff. Das Ergebnis der Kontrolle: Vier Gramm Marihuana bei einem Jugendlichen, beim anderen eine Feinwaage. Doch beim Angeklagten wurde nichts gefunden. Allerdings hatten die Beamten gesehen, wie er bei der Fertigstellung des Joints geholfen hatte ...

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