Wie Sie mit lesefreundlichen Schriftsätzen überzeugen

von Nicola Pridik

Juristische Texte sind schwer zu lesen. Das ist nichts Neues. Was viele Juristen jedoch nicht wissen: Das liegt nicht nur am Gegenstand, sondern oft auch an schlechter Typografie. Es reicht nämlich keinesfalls, beim Tippen allein auf die gestalterischen Fähigkeiten des Textverarbeitungsprogramms zu vertrauen. Was darüber hinaus zu beachten ist, weiß die Rechtsanwältin und Grafikdesignerin Regina Warnecke, die sich auf die typografische Beratung von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten spezialisiert hat. Sie verrät im Folgenden drei Grundregeln, die nicht nur Juristen vor den schlimmsten typografischen Fehlleistungen bewahren.

Ein Gastbeitrag von Regina Warnecke

Der Anwaltsschriftsatz möchte darstellen, argumentieren, überzeugen. Schlechte Typografie ist da kontraproduktiv, leseunfreundlich und unprofessionell.

Drei Regeln sollten als Mindeststandards eingehalten werden:

Blocksatz immer mit automatischer Silbentrennung Lesefreundliche Zeilenlänge Lesefreundlicher Zeilenabstand 1. Blocksatz und Silbentrennung

Was passiert, wenn die automatische Silbentrennung nicht aktiviert wurde, zeigt dieses Beispiel, das ich im Internet gefunden habe.

Im Blocksatz ohne Silbentrennung erscheinen unschöne Löcher im Text. Die wären im Beispiel noch größer, wenn nicht in der dritten und vierten Zeile manuell Bindestriche gesetzt worden wären. Die Vollmacht ist keine Werbung für diesen Anwalt! Zumal sie weder Anschriftenfeld noch interaktive Textfelder zum bequemen Ausfüllen am Bildschirm enthält.

Ich habe den Text neu gesetzt, die Silbentrennung aktiviert und sowohl Schrift als auch Zeilenabstand verändert. Das Ergebnis:

Leider ist in der Standardeinstellung der Textverarbeitung die Silbentrennung deaktiviert. Das können Sie in der Formatvorlage ändern. Wenn Sie das Register »Layout« anklicken, erscheint die Schaltfläche »Silbentrennung« ...

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