Umweg über das Gericht auf eigene Gefahr?

Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 16.03.2016 Zur Wahrung von Ausschlussfristen durch rechtzeitige Klage

Steht Ihnen aus Ihrem Arbeitsverhältnis noch Gehalt oder ein anderer Anspruch zu, ist das immer unangenehm: Läuft das Arbeitsverhältnis noch, belastet eine Geltendmachung das Betriebsklima. Besteht es nicht mehr, befinden Sie sich in einer Situation, in der Sie wahrscheinlich noch nie waren – Sie müssen sich jetzt einlesen, was Ihnen genau zusteht und wie Sie diesen Anspruch durchsetzen können oder einen Anwalt aufsuchen. Wenn das Ende Ihres Arbeitsverhältnisses dann auch noch mit Reibungsverlusten einherging, werden Sie obendrein wenig Lust haben, Ihren Arbeitgeber (oder Arbeitnehmer) vor Gericht wiederzusehen.

Sind Sie also nicht dringend auf das, was Ihnen zusteht, angewiesen, schieben Sie Maßnahmen unter Umständen erst einmal vor sich her. Vielleicht kennen Sie auch die dreijährige Verjährungsfrist und denken sich, dass drei Jahre eine lange Zeit sind.

Das alles ist zwar verständlich, aber auch sehr riskant.

Ausschlussfristen – Deadline im Arbeitsrecht

Vielen Arbeitnehmern, aber auch vielen Arbeitgeber, ist nicht bewusst, dass es im Arbeitsrecht eine Besonderheit gibt, die sie keinesfalls unterschätzen dürfen. Häufig gibt es zusätzlich zu der – langen – Verjährungsfrist noch eine – sehr viel kürzere – Ausschlussfrist von wenigen Monaten.

Warum diese Verkürzung der Verjährung? Arbeitsverhältnisse sind auf eine schnelle Abwicklung aller Ansprüche ausgelegt, damit Sie entweder zügig gemeinsam wieder nach vorne schauen oder zügig gemeinsam das Arbeitsverhältnis vergessen können. Diesen Zweck erfüllten Ausschlussfristen sehr effizient und mit harten Konsequenzen: In der Tat können Sie nach dem Ablauf einer wirksamen (!) Ausschlussfrist Ihren Anspruch vergessen ...

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