OVG Münster: Wie weit reicht die Erlaubnispflicht nach § 29 II StVO?

A. Sachverhalt (leicht abgewandelt)
K ist Eigentümerin von „Schloss M“ in X. Auf dem Grundstück veranstaltet K seit mehreren Jahren an zwei Wochenenden im Dezember einen Weihnachtsmarkt, der auch im Jahr 2015 stattfinden soll . Zu der Veranstaltung werden in der Regel rund 10.000 Besucher erwartet. Um das durch die An- und Abfahrt von Besuchern des Weihnachtsmarkts im Umfeld des Veranstaltungsorts stark ansteigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen, verfolgt die Stadt B als zuständige Behörde ein Verkehrskonzept, das seit 1996 an den Tagen des Weihnachtsmarkts u. a. eine Sperrung der Zugangsstraßen zum Stadtteil M mit Ausnahme für den Anliegerverkehr vorsieht.

Im November 2015 erfolgt die Festsetzung des Weihnachtsmarkts 2015 als „Spezialmarkt/Weihnachtsmarkt“ nach § 69 I GewO. Mit Bescheid vom 28.11.2015 erteilt B der K die Erlaubnis für die Durchführung des Weihnachtsmarkts am 12./13. Dezember 2015 und am 19./20. Dezember 2015. Der Bescheid stützt sich ausschließlich auf § 29 StVO und enthält zudem insgesamt 20 Nebenbestimmungen. Danach hat K als Veranstalterin u.a. dem Straßenbaulastträger alle Kosten zu ersetzen, die diesem durch die Sondernutzung zusätzlich entstehen und eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Nach Ende des Weihnachtsmarktes erhebt K am 28.12.2015 Klage und beantragt, festzustellen, dass die Durchführung des Weihnachtsmarktes keiner Erlaubnis nach § 29 StVO bedürfe.
Sie wolle auch im Jahr 2016 und in der Zukunft wieder einen Weihnachtsmarkt durchführen. Es sei zu erwarten, dass B eine Erlaubnis mit den inhaltlich gleichen Auflagen und Bedingungen erteilen werde. Der Weihnachtsmarkt bedürfe aber keiner solchen Erlaubnis. Er finde auf ihrem Privatgelände und nicht auf der öffentlichen Straße statt ...

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