Wenn in NRW Karfreitag mit dem jüdischen Purim kollidiert

Gerd Buurmann stellt in seinem Blog "Tapfer im Nirgendwo" die zugegebenermaßen provokative Frage, ob es heute, an Karfreitag, erlaubt sei, Jude zu sein. Hierbei bezieht er sich auf eine Regelung im hiesigen Feiertagsgesetz, wonach es an Karfreitag, einem sogenannten stillen Feiertag, unter anderem verboten ist, öffentlich zu tanzen, zu feiern, zu singen oder zu musizieren. Jetzt ist aber speziell heute auch das jüdische Purim, zu dem es nach jüdischer Religionstradition gerade so sein soll, dass man eben genau dies macht.

Der juristische Laie erwartet von uns ja ganz gerne eine eindeutige Antwort à la "Das ist so!". Manches Mal haut das auch hin, in anderen Fällen wiederum eher nicht, weil die Juristerei nicht nach mathematischen Gesetzmäßigkeiten funktioniert und der altbekannte Satz "2 Juristen - 5 Meinungen" durchaus seine Berechtigung hat und mit Blick auf verschiedene erkennende Gerichte kann das sogar noch dramatischer werden.

Ich habe jetzt natürlich hier keine Rechtsprechung zu der Frage recherchiert und weiß auch noch nichtmal, ob es welche dazu gibt, finde die Fragestellung allerdings so interessant, dass ich sie gerne mal durch die Instanzen und gegebenenfalls bis zum BVerfG durchexerzieren würde (und das, obwohl ich eigentlich reiner Arbeitsrechtler auf Arbeitnehmer- und Betriebsratsseite bin und mich das dann eigentlich gar nichts angehen sollte).

Das Land NRW schreibt vor, dass Karfreitag ein stiller Feiertag einschließlich des öffentlichen Sing- Tanz und Fröhlichkeitsverbotes sein soll. Mein Bauch sagt mir, dass sich das unmöglich ein Rheinländer ausgedacht haben kann. Das wiederum führt dazu, dass wenn man doch öffentlich singt oder tanzt oder sich eben purimtechnisch in bunte Gewänder hüllt, man eine Ordnungswidrigkeit begeht und irgendjemand aus der Ordnungsbehörde einen mit einem Bußgeld überzieht ...Zum vollständigen Artikel


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