„Junges Team“ ist nicht diskriminierend

von Thorsten Blaufelder

Arbeitgeber dürfen Stellen für ein „junges, hoch motiviertes Team“ ausschreiben. Das Wort „jung“ ist in diesem Zusammenhang mehrdeutig und daher nicht automatisch altersdiskriminierend, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg in einem am Samstag, 12.03.2016, veröffentlichten Urteil entschied (AZ: 19 Sa 27/15).

Das beklagte IT-Unternehmen hatte 2014 mit einer Stellenanzeige „die Besten der Besten für den Bereich Softwareentwicklung“ gesucht. Die Arbeit erfolge „in einem jungen, hochmotivierten Team“. Zu den Voraussetzungen gehörten „sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse“.

Beworben hatte sich unter anderem eine 52-jährige Frau russischer Herkunft. Weil sie nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, klagte sie auf eine Entschädigung in Höhe von 10.000,00 €. Wegen ihres Alters, ihres Geschlechts und ihrer russischen Herkunft sei sie diskriminiert worden.

Doch wie schon das Arbeitsgericht Karlsruhe wies nun auch das LAG Stuttgart die Klage ab. Zwar sei die Frau objektiv für die Stelle geeignet gewesen, für eine Diskriminierung gebe es aber keine Anzeichen. Die Formulierung „Softwareentwickler (m/w)“ habe zwar nur die männliche Form verwendet, mit dem Zusatz werde aber deutlich, dass sich die Ausschreibung gleichermaßen an Männer und Frauen richte. „Sehr gute Englisch- und Deutschkenntnisse“ seien bei einem international agierenden IT-Unternehmen schlicht „arbeitsnotwendig“.

Auch eine Altersdiskriminierung lag nach Überzeugung der Stuttgarter Richter nicht vor ...

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