Der Blog als Waffe – Boykott von Software

von Christian Franz, LL.M.

Wenn erfolgreiche Blogger einem Unternehmen den Krieg erklären, kann das gravierende Auswirkungen haben. Damit kalkuliert auch ein Kollege, der mit ganz enormem Aufwand seinen persönlichen Djihad gegen den Software-Anbieter RA-Micro führt. Nun reicht das Presseprivileg weit – aber deckt es einen Aufruf zum Boykott?

Der Berliner Strafverteidiger Carsten R. Hoenig betreibt einige ausgesprochen unterhaltsame Weblogs rund um sein Strafverteidiger-Dasein, so etwa zum Motorradrecht, was ich als Töff-Pilot natürlich besonders ansprechend finde. Auf diesem Weg hat er es zu Recht zu stattlicher Popularität gebracht, die in einer exakten Einheit gemessen werden kann: dem Google-Ranking. Wenn der Kollege etwas schreibt, geht Google gemeinhin davon aus, dass es auch viele Leute interessiert, und schiebt die Suchergebnisse schnell auf die erste Seite. Anwaltskollegen zählen ohnehin zu den „Abonnenten“ und lesen sein Blog regelmäßig; der Kollege hat daher so richtig Reichweite in einschlägigen Kreisen.

Nun begab es sich, dass ein Jahresupdate einer Kanzlei-Software (nämlich RA-Micro) offenbar zu einigen gravierenden Problemen bei dem Kollegen führte – und er sich vom Support des Anbieters nicht ernst genommen fühlte.

Dem Ärger mal so richtig Luft machen

Die Verärgerung über die dort geschilderten Schwierigkeiten und die daraus abgeleiteten wirtschaftlichen Schäden ist sehr nachvollziehbar. Die Schlussfolgerung, sich (auch öffentlich) Luft zu machen, ebenfalls – zumal der Softwareanbieter einen ausgeprägten Hang zur Prahlerei hat:

Wer so wirbt, legt die Latte schon recht hoch. Wenn dann die Fehlerbehebung bei unternehmenskritischer Software von Abwiegeln oder dem Verweis auf anonyme Support-Formulare begleitet wird und sich hinzieht, wie der Kollege es schildert, ist die Empörung nachvollziehbar.

Aber jetzt wird es knifflig: der Kollege richtete unter kanzleisoftware-berlin ...

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