Examensreport: StR I 1. Examen Februar 2016

A. Sachverhalt (beruht auf einem Gedächtnisprotokoll)

A ist Ärztin einer spezialisierten Privatklinik. Patient P begibt sich im Zuge eines Bandscheibenvorfalls in die Behandlung der Klinik. Nach ordnungsgemäßer Aufklärung durch A willigt P in die Operation ein. Aufgrund einer Verwechslung operiert A jedoch den falschen Wirbel. Nachdem die Narkose nachlässt, stellt sich heraus, dass P immer noch unter starken Rückenschmerzen leidet. A, die ihren Fehler bemerkt hat und um ihre Karriere fürchtet, teilt dem P darauf mit, dass die OP zwar erfolgreich verlaufen ist, aufgrund der schweren Verletzung des P jedoch eine zweite OP notwendig sei. Trotz großem Zögern willigt P doch schweren Herzens in die OP ein. Dieses Mal verlief alles ordnungsgemäß und der Patient wurde erfolgreich geheilt.

A fürchtet jedoch weiterhin, dass P von dem ursprünglichen Fehler erfahren könnte, da sie in der Patientenakte die richtige Sachlage aufgeschrieben hatte. Sie beschließt daher, die Patientenakte endgültig zu zerstören. Dazu schleicht sie sich nach Feierabend bei Nacht in das etwas abseits liegende Nebengebäude des Krankenhauses, in dem die Verwaltung und das Archiv sitzt. Sie zündet einen Papierkontainer an und fährt sodann nach Hause. Sie ist überzeugt, dass das Gebäude nun komplett niederbrennen wird und alle Akten vernichtet werden. Sie glaubt auch, dass das Gebäude leer war und sich niemand dort aufgehalten hat. Tatsächlich erlischt das Feuer jedoch nach kurzer Zeit, sodass es zu keinem Schaden gekommen ist. Jedoch hatte sich der Nachtwächter D ebenfalls heimlich in das Gebäude geschlichen, obwohl er dort nicht hätte sein dürfen und ist dort in einem Nebenraum eingeschlafen. Aufgrund der starken Rauchentwicklung, ist er jedoch daran erstickt.

Frage 1: Wie hat sich A strafbar gemacht?

Frage 2: Welches Gericht wäre sachlich zuständig? Welche Rechtsmittel hätte A gegen das erstinstanzliche Urteil?

B ...Zum vollständigen Artikel

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