Ein Tag zu wenig – Urlaubsanspruch halbiert?

Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 17.11.2015

Zur Urlaubsberechnung beim Arbeitsbeginn am 1. Juli

Spielen Sie manchmal mit dem Gedanken, Ihr (Arbeitnehmer-)Glück im Ausland zu versuchen? Da können wir zumindest in puncto bezahlter Erholung von Nordamerika abraten. In Kanada gibt es zehn bezahlte Urlaubstage im Jahr, die Vereinigten Staaten sind der einzige Staat der westlichen Welt mit null Tagen gesetzlich vorgeschriebenem Urlaub. Hierneben dürfen wir in Sachen Urlaub von China abraten, hier erhalten Arbeitnehmer mit unter zehn Jahren Betriebszugehörigkeit lediglich fünf garantierte Urlaubstage. Zwar vereinbarten auch in diesen Staaten Arbeitgeber und Arbeitnehmer durchaus einen (höheren) Urlaub. Ob der dann auch in Anspruch genommen wird, ist allerdings wieder eine andere Frage.

In Deutschland dagegen stehen die Chancen auf bezahlte Erholung im internationalen Vergleich mittelgut. Bei einer Fünf-Tage-Woche beträgt der gesetzliche Mindesturlaub 20 Arbeitstage, im Schnitt sind es vertraglich geregelte 28 Arbeitstage.

Neues Arbeitsverhältnis – Worauf warten? Auf den Urlaub.

Neben der Frage, wie viel Urlaub es gibt, treibt Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei einem neuen Arbeitsverhältnis in der Regel die Frage um, wann denn dieser Urlaub erstmalig genommen werden kann. Hier kursiert ein so hartnäckiges wie falsches Gerücht: „In der Probezeit entsteht kein Urlaubsanspruch.“

Richtig daran ist: Arbeitnehmer in einem neuen Arbeitsverhältnis erwerben ihren vollen Jahresurlaub erst nach Ablauf einer sechsmonatigen Wartezeit, § 5 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).

Aber: Während der sechsmonatigen Wartezeit sind Arbeitnehmer nicht „urlaubslos“. Sie erwerben Teilurlaub im Umfang von 1/12 des späteren Jahresurlaubs für jeden Monat, den das Arbeitsverhältnis besteht (§ 5 BurlG) ...

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