Macht der Mediator einen Vorschlag?

Der Mediator wird von den Parteien als Experte für die Konfliktbearbeitung eingesetzt. Er kennt Werkzeuge und Methoden, um die Parteien zu einer von ihnen selbst als vorzugswürdig empfundenen Lösung zu führen. Bei inhaltlichen Fragen nimmt sich der Mediator deswegen zurück.

Diese Selbstbeschränkung geht einher mit seiner entschiedenen Strukturierung des Mediationsverfahrens: Der "starke Mediator", der "gestaltende Mediator" ist die Antwort auf den in vielen Streitfällen am Bau bestehenden beträchtlichen Gestaltungsspielraum. So ist z.B. bei Bauablaufstörungen generell eine Vielzahl unterschiedlicher Anpassungsoptionen bzw. Kompensationsmaßnahmen möglich. Hier gilt es, für die Parteien möglichst die wirtschaftlich beste Lösung zu finden. Das damit verbundene Wertschöpfungspotenzial der Konfliktbewältigung erhöht einerseits die Komplexität der Verhandlung und erfordert andererseits problemspezifische Methoden für den Umfang mit dieser Komplexität.

Der „starke Mediator“ ist zwischen dem „klassischen Mediator“ und dem „Schlichter“ positioniert:

Der klassische Mediator empfiehlt die Phasen der Konfliktbearbeitung und innerhalb dieser Phasen die jeweiligen Einzelschritte.Der Schlichter empfiehlt Lösungen.

Der „starke Mediator“ stellt anders als der Schlichter nicht die Autonomie der Konfliktparteien für ihre Konfliktlösung in Frage, steuert aber umgekehrt die Konfliktbearbeitung intensiver als der „klassische Mediator“: Auf Basis profunder Branchen- und Rechtskenntnis empfiehlt er konkrete Konfliktbearbeitungsmethoden. Er nutzt die Komplexität der Streitfälle, um die Bedeutung von Streitthemen zu hinterfragen und zu ihrer Gewichtung beizutragen. Er unterbreitet Vorschläge für die Ordnung der Streitthemen und Forderungen in Gruppen ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK