Mit Papa am DJ-Mischpult

Der Kindesvater ist seit fast zwei Jahrzehnten als Discjockey und Alleinunterhalter freiberuflich tätig. In einer gerichtlich gebilligten Umgangsvereinbarung für seine 2006 und 2009 geborenen Söhne heißt es in Ziff. 5: „Der Kindesvater verpflichtet sich, zu den regelmäßigen Umgangszeiten auch nachts zu Hause zu sein.“

Am Freitag, den 24.4.15 war der Vater als Discjockey in einer Gaststätte für eine auch im Internet beworbene Modenschau der zwanziger und dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gebucht. Für die Gäste bestand die Möglichkeit des Tanzes.

Der Kindesvater und seine jetzige Ehefrau holten am Nachmittag des 24.4.15 die Kinder an einem Spielplatz zum Umgang ab und fuhr mit ihnen zu dem Veranstaltungsort, wo sie mit einem Abendessen versorgt wurden. In der Gaststätte konnten die Kinder den Vater beim Aufbau der Musikanlage beobachten bzw. saßen mit ihm am DJ-Mischpult. Hier verblieben sie auch während der Modenschau und dem ersten Teil des Abendprogramms. Ab etwa 21:30/22.00 Uhr wurden beide Kinder schläfrig; der Vater und dessen Ehefrau begleiteten sie sodann in einen Raum hinter bzw. unterhalb der Bühne, wo sie im Beisein der Ehefrau auf einer Coach einschliefen, bis (wohl) gegen 22:40/23:00 Uhr die Mutter im Kellerraum erschien und die Kinder dadurch wach wurden.

Das Kammergericht (Beschluss v. 08.10.2015 - 13 WF 146/15, 13 WF 149/15 = NZFam 2015, 1169) lehnte – wie bereits das Amtsgericht – die von der Kindesmutter beantragte Verhängung eines Ordnungsgeldes gegen den Vater ab ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK