Der blinde Dialysepatient

von Juliane Boscheinen

Der blinde Dialysepatient von Juliane Boscheinen am 15. März 2016, Rubrik: Arzthaftung, Aufklärung

Das OLG Hamm (Urteil des OLG Hamm vom 16.02.2016, Az.: 26 U 18/15) hatte über einen Fall zu entscheiden, in dem ein blinder Patient durch eine Dislokation der Dialysenadel einen tödlichen Blutverlust erlitten hat.

In dem zu entscheidenden Fall klagte die Witwe des verstorbenen Patienten auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Der Verstorbene war in der beklagten Gemeinschaftspraxis schon länger Patient. Zuletzt wurde bei dem Patienten eine Hämodialyse im Doppel-Needle-Verfahren über einen Basilika-Shunt im Oberarm durchgeführt. Der Patient war blind, was den Beklagten bekannt war.

Am streitgegenständlichen Tag wurden bei dem Patienten, wie üblich, die aterielle und die venöse Nadel mit Leukopor-Streifen fixiert. Der Patient wurde sodann alleingelassen. Es fanden allerdings stündliche Kontrollen des Patienten durch Mitarbeiter der Praxis statt. Eine Viertelstunde nach der letzten dokumentierten Kontrolle wurde der Patient bewusstlos aufgefunden. Es wurde zunächst eine Reanimation durchgeführt, der Patient verstarb jedoch am Folgetag.

Die Witwe des Verstorbenen wirft den Beklagten in dem Verfahren vor, dass ihr Mann unter der Behandlung nicht hinreichend überwacht worden sei ...

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