Wohnen am Lusthaus

muss eine von einer neuen Strassenbenennung betroffene Anliegerin aus Köln, die ihre neue Anschrift überhaupt nicht lustig fand. Wenn es nach dem Verwaltungsgericht Köln geht bleibt das auch so, so entschieden im Urteil vom 03.03.2016 – 20 K 3900/14 – (nicht rechtskräftig).

Der historische Bezug zu einem früher in der Nähe gelegenen “Herrensitz” soll dabei ausreichen.

Kommentar

Darf die Verwaltung einem Bürger noch heute einfach eine so anstössige Strassenbezeichnungen aufdrücken? Das erscheint doch sehr fraglich.

Was mit der Bezeichnung genau gemeint ist, weiß wohl kein Mensch, einschließlich der an der fraglichen Namensbenennung beteiligten Magistraten. Auf der Hand liegt natürlich, daß schon damals unter der Bezeichnung Lusthaus darunter das zu verstehen war, was uns der der Name Lust lustvoll andeutet: nämlich ein Etablissement zur Steigerung der Lust ausschließlich männlicher Besucher durch weibliche professionelle Mitarbeiterinnen, sprich einfach ein vormittelalterliches Bordell.

Das Verwaltungsgericht Köln meit, daß es bei einer Straßenbenennung – insbesondere einer Erstbenennung – regelmäßig nicht um die Persönlichkeitsrechte der dort wohnenden Menschen gehe.

Es gehe dabei nur um eine öffentliche Sache, nämlich eine Straße.

Einen Ermessensfehler der für den anzüglichen Namen verantwortlichen Bezirksvertretung sieht das Gericht nicht. Der Verwaltung stehe bei der Straßenbenennung ein weiter Gestaltungsspielraum zu ...

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