Warum sich ein Aufgebotsverfahren lohnen kann

von C. Heinkel

Michael Grabscheit / pixelio.de

In Nachlasssachen ist es oft sehr schwierig sich einen Überblick über die finanziellen Verhältnisse des Erblassers zu verschaffen. Gerade dieser ist jedoch für die Erstellung des Nachlassverzeichnisses unerlässlich, welches man als Nachlasspfleger dem Nachlassgericht vorlegen muss.

In einer Nachlasspflegschaft zeigte sich gleich zu Beginn, dass die finanziellen Verhältnisse völlig undurchsichtig sind. Der Erblasser verdiente an sich gut und hatte den Unterlagen zufolge (zumindest in der Vergangenheit) mehrere Immobilien. Bedingt durch seinen Beruf wurde dann rund zwei Jahre vor seinem Tod ein Umzug erforderlich.

Da die Wohnung bereits eigenmächtiger Weise durch den Vermieter geräumt wurde, gab es nur noch wenige Unterlagen, die er Vermieter dem Nachlassgericht übergeben hatte. Aus den Unterlagen ergab sich dann, dass der Erblasser sowohl an seinem früheren Wohnort, als auch an seinem letzten Wohnort einige Schulden gemacht hatte. Insgesamt konnten so an die 70 Gläubiger ermittelt werden, die dann alle angeschrieben werden mussten.

Von diesen rund 70 Gläubigern meldeten 47 eine Forderung an. Insgesamt beliefen sich die Verbindlichkeiten somit auf 294.745,46 Euro.

Auf Grund der undurchsichtigen Vermögensverhältnisse wurde dann ein Aufgebotsverfahren zur Ausschließung von Nachlassgläubigern nach § 1970 BGb beim zuständigen Amtsgericht beantragt und durchgeführt.

Das Amtsgericht forderte dann sämtliche bekannte und auch unbekannte Gläubiger (diese durch die Veröffentlichung an der Gerichtstafel und im Bundesanzeiger) auf, ihre Forderung beim Amtsgericht anzumelden. Das Gericht weist dabei ausdrücklich daraufhin, dass Gläubiger, die ihre Forderung nicht anmelden, nur aus einem etwaigen Nachlassüberschuss nach vollständiger Befriedigung der angemeldeten Gläubigerforderungen noch eine Zahlung erhalten können ...

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