Verkehrsunfall – Finanzierung der Reparaturkosten über Dispokredit?

Nach einem Verkehrsunfall stellt sich oft die Frage, wenn das Fahrzeug repariert ist, die gegnerische Haftpflichtversicherung aber noch keine Entscheidung zur Haftungsfrage getroffen hat, ob der Geschädigte die Finanzierung der Reparaturkosten über einen Dispokredit bei seiner Hausbank übernehmen muss.

Kammergericht Berlin bejaht Vorfinanzierungspflicht bei zur Verfügung stehendem Dispokredit (Az. 22 U 244/14)

Steht dem Geschädigten bei seiner eigenen Bank ein Kreditrahmen auf seinem Girokonto zur Verfügung, der ausreicht, um die Reparaturkosten zu bezahlen, muss dieser Dispokredit in Anspruch genommen werden. Geschieht das nicht, kann der Vorwurf der Verletzung der Schadenminderungspflicht erhoben werden, so die Berliner Richter in einer Entscheidung von August 2015.

Landgericht Saarbrücken, Az. 13 S 189/13: Keine Vorfinanzierungspflicht, wenn Schadenbeseitigungsaufwand ohne Einschränkung der Lebensführung nicht finanzierbar.

Ist dies der Fall, muss der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers frühzeitig darauf hingewiesen werden, dass eine Vorfinanzierung nicht möglich ist. Dies vor allen Dingen deshalb, weil der Haftpflichtversicherer des Unfallverursachers ca. 6 Wochen Prüfungszeit hat, bis er in die Schadenregulierung eintreten muss – wenn alle Fakten zum Unfallhergang geklärt sind. Einen Kredit zur Finanzierung der Reparaturkosten oder der Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges muss der Geschädigte aber nicht aufnehmen ...

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