Unsere Polizei – um keine Idee verlegen

von Thomas Wings

Wenn man als Polizist mal wieder vor einem nicht aufklärbaren Diebstahl steht, ist Kreativität gefragt. Etwa, indem man sich einen Täter herbeiphantasiert. So wie in einem Fall, der jetzt auf meinem Schreibtisch lag.

Es gab einen Diebstahl in einer Bäckerei. Dort wurden etwa tausend Euro aus der Kasse gegriffen (was mich etwas wundert – haben die meisten Bäckereien doch meistens schon um 9 Uhr morgens nichts mehr zu verkaufen). Wer es gemacht hat, das hat niemand gesehen. Erst spät viel auf, dass die Tageseinnahmen nicht mehr in der Kasse waren. Eine Bäckerin gab zu Protokoll, dass am Nachmittag zwei verdächtige Personen in der Bäckerei waren. Sie waren nämlich arabisch aussehend und der eine hatte sogar einen Motorradhelm auf. Und außerdem hätte die Bäckerin in jenem Moment kurz ihren Platz an der Theke verlassen. Vermutlich aus Angst vor den beiden jungen Männern. Die sie im Übrigen als 25 bis 30 Jahre beschreibt, der eine dick, der andere dünn. An das Gesicht gab es keine Erinnerung. Ausländer eben. Irgendwie.

Nun, da bleibt eine ganze Menge an Fragen offen, aber nicht so für unseren kreativen Polizeibeamten. Der denkt sich so: „Moment! Ausländer? 25-30 Jahre? Der eine dick, der andere dünn? Mit Helm? Das können doch nur Abdul A. (*) und Bekim B. (*) (*=Namen von der Redaktion verändert) gewesen sein. Die haben doch schon mal was mit Helm geklaut.“ Dachte es und schrieb es in die Akte. Fall gelöst ...

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