Datenschutz in der Arztpraxis – bei Stiftung Warentest „durchgefallen“

von Cornelia Brinks

Jeder kennt sie, die ärztliche Schweigepflicht und jeder weiß, dass ein Verstoß hiergegen strafbar ist. Die Sicherheit, dass Informationen über den eigenen Gesundheitszustand nicht weitergegeben werden dürfen, schafft Vertrauen und nimmt dem Patienten die Hemmung, auch mit unangenehmen Beschwerden zum Arzt zu gehen und sich fachgerecht behandeln zu lassen.

In einem früheren Beitrag haben wir uns damit auseinandergesetzt, durch welche alltäglichen Situationen das Patientengeheimnis im klassischen Praxisalltag verletzt werden kann. Die Probleme sind nicht neu, die Defizite aber dennoch – wie ein Test von Stiftung Warentest zeigt– nach wie vor in vielen Praxen vorhanden.

Der „Praxis“-Test

Getestet wurden insgesamt 30 Hausarztpraxen, je zehn Praxen vor Ort, am Telefon und per E-Mail-Anfrage.

Das Ergebnis des Tests ist ernüchternd. In drei von zehn Praxen konnten die Testpatienten aufgrund der internen Organisation im Rahmen der Anmeldung und beim Patientenaufruf Kenntnis von persönlichen, zum Teil sehr sensiblen Daten anderer Patienten erlangen. Dem Test zufolge scheint es zudem ein Leichtes zu sein, telefonisch Informationen über Patienten, sei es zur Medikation oder auch zur bloßen Anwesenheit in der Praxis, zu erhalten. Das funktionierte in acht von zehn Fällen. Bei vier von zehn Praxen konnten sogar erfolgreich medizinische Daten per E-Mail angefordert werden, und das mit einer E-Mail-Adresse, die im Grunde jedem hätte gehören können (z.B. „sommerwind_x@gmx.de“). Die Informationen – in einem Fall war es sogar ein komplettes Laborblatt als Screenshot – wurden unverschlüsselt versendet ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK