Kartellrechtliche Grenzen des DFB-Reglements für Spielervermittlung

7. März 2016

Kartellrecht Sportrecht

Die Regelungen des DFB zur Spielervermittlung sind in Teilen unverhältnismäßig und verstoßen gegen kartellrechtliche Vorschriften.

Am 2. Februar 2016 hat der 1. Kartellsenat des OLG Frankfurt im Eilverfahren zwischen einem gewerblichen Spielervermittler und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) rechtskräftig entschieden (Az.: 11 U 70/15 (Kart)).

Das erstinstanzliche Urteil des LG Frankfurt vom April 2015 wurde dabei geringfügig abgeändert. So kann der DFB nunmehr die entgeltliche Vermittlung von minderjährigen Fußballspielern untersagen. Zulässig ist auch nach wie vor die Pflicht zur Offenlegung der Finanz- und Geldströme zwischen Verein oder Spieler mit dem jeweiligen Vermittler.

Eine Pflicht zur Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses des Vermittlers besteht indessen nicht. Zudem dürfen Spielervermittler auch weiterhin nicht der Verbandsgewalt der Fußballverbände unterworfen werden.

Bestimmungen des DFB-Reglements für Spielervermittler teilweise kartellrechtswidrig

Den Hintergrund des Rechtsstreits bildet das seit dem 1. April 2015 geltende DFB-Reglement für Spielervermittlung. Eine Sport-Vermittlungsagentur hielt verschiedene Bestimmungen des DFB-Reglements für kartellrechtswidrig. Sie hat im letzten Jahr im Wege des Eilrechtsschutzes beim LG Frankfurt beantragt, dem DFB die Verwendung verschiedener Bestimmungen zu untersagen.

Das LG gab dem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung nur teilweise statt. Daraufhin hat sowohl die Sport-Vermittlungsagentur als auch der DFB Berufung zum OLG Frankfurt eingelegt.

Kartellrechtlich unzulässige Vorgaben des DFB

Das OLG Frankfurt stuft genauso wie das LG Frankfurt den DFB im hier relevanten Bereich als Unternehmensvereinigung im Sinne des Kartellverbots ein.

Das DFB-Reglement führe auch grundsätzlich zu einer Wettbewerbsbeschränkung auf dem Markt der Spielervermittler ...

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