Industriespionage und Geheimnisverrat in der digitalen Welt – Veranstaltungsbericht zum CMS IP Kongress 2016

„Als Unternehmen müssen Sie davon ausgehen, bereits Opfer einer Cyber-Attacke geworden zu sein!“ Mit diesen Worten eröffnete Olaf Borries, Kriminaloberkommissar der Fachdienststelle Cybercrime des LKA Berlin, die Keynote des diesjährigen IP Kongresses der Rechtsanwaltskanzlei CMS Hasche Sigle am 24. Februar in Berlin. Das LKA schätzt, dass auf 40 bis 50 Prozent der Unternehmen bereits ein Cyberangriff verübt worden sei. Besonders erschreckend ist dabei die zeitliche Dimension: Nur 24 bis 48 Stunden benötigten Angreifer im Schnitt, um sich in das Firmennetz einzuhacken. Erkannt werde die Attacke im Durchschnittsfall jedoch erst nach 248 Tagen. Um dem entgegenzuwirken und schnelle und wirksame Hilfe von Seiten der Ermittlungsbehörden zu bieten, hat das Team um Borries die „Zentrale Ansprechstelle Cybercrime“ eingerichtet. Dort können betroffene Unternehmen direkt einen fachkundigen Ansprechpartner erreichen und vermeiden den Umweg über die allgemeinen Polizeidienststellen. Weiterhin ermöglichen vier dedizierte, mit Internetkriminalität vertraute Staatsanwälte eine effektive Strafverfolgung und Aufklärung.

Der weitere Ablauf des Kongresses gliederte sich in Vorträge zahlreicher Anwälte und Anwältinnen von CMS mit anschließender Diskussion im Rahmen dreier Panels. Das erste widmete sich dem Thema „Rechte, Know-how, Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse als Asset“. Darin wurde auf die unterschiedlichen Zielrichtungen und Schutzmöglichkeiten von gewerblichen Schutzrechten und dem wettbewerbsrechtlich verankerten Know-how-Schutz eingegangen. Wie auch das Urheberrecht Schutz für Geschäftsgeheimnisse bieten kann, zeigte Prof. Dr. Winfried Bullinger auf. Sei beispielsweise das proprietäre Wissen in schriftlicher Form festgehalten, so könne urheberrechtlich gegen das Kopieren der Unterlagen – sowohl in klassischer als auch digitaler Form – vorgegangen werden ...

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