Vorzeitiger Abbruch einer eBay-Auktion ist möglich, wenn Anbieter gesetzlich berechtigt war

von RAin Lachenmann

Vor dem Amtsgericht Ulm konnte ein Prozess gewonnen werden, bei dem der Kläger von meiner Mandantin Schadensersatz nach dem vorzeitigen Abbruch einer eBay-Auktion forderte.

Unsere Mandantin hatte bei eBay einen Außenbordmotor zum Startpreis von 1,00 € eingestellt. Der Kläger gab ein Angebot ab. Danach wurde die Auktion einseitig durch die Mandantin beendet und alle bereits abgegebenen Angebote gestrichen, wobei der Kläger zu diesem Zeitpunkt der Höchstbietende gewesen war. Der Motor war zwar äußerlich in einem sehr guten Zustand. Nachdem der Artikel eingestellt wurde, fiel allerdings bei einem Testlauf auf, dass der Motor nicht mehr lauffähig war. Er wurde deshalb daraufhin verschrottet.

Ein Anspruch des Klägers gegen die Mandantin auf Schadensersatz statt der Leistung gemäß §§ 280, 283 BGB bestand hier nicht. Zwischen den Parteien war dabei schon bereits kein Kaufvertrag zustande gekommen. Für das Zustandekommen eines Kaufvertrages benötigte es zwei übereinstimmende Willenserklärungen, wobei sich deren Erklärungsinhalt aus den gesetzlichen Auslegungsregeln und bei einer eBay-Auktion sowohl nach dem Inhalt des konkreten Angebotes als auch nach den Bestimmungen über den Vertragsschluss in den AGB von eBay richtet.

In den AGB ist zu eBay-Auktionen folgendes geregelt:

„Bei Ablauf der Auktion oder bei vorzeitiger Beendigung des Angebots durch den Anbieter kommt zwischen Anbieter und Höchstbietendem ein Vertrag über den Erwerb des Artikels zustande, es sei denn, der Anbieter war gesetzlich dazu berechtigt, das Angebot zurückzunehmen und die vorliegenden Gebote zu streichen ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK