Urlaub bei Teilzeit - Für Fortgeschrittene!

Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 11.11.2015 (Greenfield ./. The Care Bureau Ltd)


Das Bundesurlaubsgesetz stammt von 1963. Da war der Fall noch relativ klar: Gearbeitet wurde an sechs Tagen und es gab mindestens 24 Werktage im Jahr frei, was vier Wochen entsprach. So weit, so gut – deshalb ist das Bundesurlaubsgesetz auch so kurz.

Den Wechsel auf die heute als üblich angesehene Fünf-Tage-Woche verkraftete das Bundesurlaubsgesetz auch noch gut. Gearbeitet wird an fünf Tagen, Bundesurlaubsgesetz-Werktage sind die Tage von Montag bis Samstag, deshalb sind 24 freie Werktage anteilige 20 freie Tage, was wiederum vier Wochen Freizeit entspricht.

Auch Teilzeitarbeit kann man auf diese Weise urlaubsrechtlich in den Griff kriegen. Arbeiten Sie an drei Tagen in der Woche, dividieren Sie die 24 Werktage Mindesturlaub durch die vom Bundesurlaubsgesetz vorausgesetzten sechs Werktage und multiplizieren mit Ihren drei tatsächlichen Arbeitstagen. Auf diese Weise errechnen Sie bei einer Drei-Tage-Woche einen Mindesturlaubsanspruch von 12 Urlaubstagen im Jahr. Kontrollrechnung: Das entspricht vier Wochen Freizeit.

Das Bundesurlaubsgesetz – Null flexibel

Da hört es dann aber auch auf. Was das Bundesurlaubsgesetz nämlich nicht mehr kann: Urlaubsanspruch berechnen für flexible Arbeitszeitmodelle und den Wechsel zwischen Vollzeit und Teilzeit im laufenden Urlaubsjahr.

Dabei ist diese Frage überaus bedeutsam, denn sowohl der Anteil der Teilzeitbeschäftigten als auch derjenigen, die Ihr Arbeitsverhältnis von Zeit zu Zeit an Ihre persönlichen Umstände anpassen möchten, steigt kontinuierlich. Das ist vom Gesetzgeber auch ausdrücklich gewünscht. Und da jeder Arbeitnehmer Urlaubsanspruch hat, stellen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber regelmäßig die Frage: Was geschieht eigentlich mit dem Urlaub beim Wechsel?

Erster Aspekt: Kann die Anpassung eine Benachteiligung sein?

Ein Beispiel: Sie arbeiten vom 1 ...

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