Mama des Mitbewohners muss raus

von Thorsten Blaufelder

Bewohner einer studentischen Wohngemeinschaft sollten nicht ohne Absprache mit den Mitbewohnern ihre Mutter zum Aufpassen während des Urlaubs in die WG lassen. Denn die verbliebenen Bewohner können die Mutter jederzeit zum Verlassen der Wohnung auffordern, wie das Oberlandesgericht (OLG) Hamm in einem am Mittwoch, 24.02.2016, bekanntgegebenen Urteil entschied (AZ: 11 U 67/15). Folgt sie dem nicht, kann danach auch die Polizei das Hausrecht der Mitbewohner durchsetzen.

Im konkreten Fall wohnte der seinerzeit 26-Jährige Sohn mit seiner Freundin und einem weiteren Studenten in einer Wohngemeinschaft (WG) in Dortmund. Als Sohn und Freundin im August 2012 in den Urlaub wollten, bat er seine Mutter, auf sein WG-Zimmer aufzupassen und seine Haustiere zu versorgen – zwei kleine Katzen und ein Meerschweinchen.

Mit dem dritten WG-Bewohner war dies allerdings nicht abgesprochen. Und der war schon nach einem Abend von seiner neuen Mitbewohnerin genervt. Im Gemeinschaftszimmer kam es zum Streit ums Fernsehprogramm, zudem habe die Mutter zu laut Musik gehört, beschwerte sich der Student.

Doch seinem Wunsch, die Wohnung zu verlassen, kam die Mutter nicht nach. So wandte sich der Student an die Polizei. Zwei Beamte nahmen sich der Sache an. Nachdem geklärt war, dass der Student in der Wohnung gemeldet war, die Mutter aber nicht, forderten auch die Polizisten sie zum Verlassen der Wohnung auf.

Doch die Frau weigerte sich standhaft. Zur Unterstützung hatte sie ihren Ehemann herbeigerufen. Als sie diesen einlassen wollte, kam es zu einem Tumult an der Wohnungstür. Dabei fasste einer der Polizisten die Frau am Arm und, so jedenfalls ihre Darstellung, drückte sie gegen die Wohnungstür. Erst danach gab die Mutter auf und ging.

Die entsetzte Mutter hielt das Vorgehen der Polizei für rechtswidrig ...

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