Schadensersatz umfasst auch Kosten für Verbringung des reparierten Wohnmobils zum Urlaubsort

von Alexander Gratz

Seekater, Wikimedia Commons

Bei einem Verkehrsunfall wurde das Wohnmobil des Klägers beschädigt; die Einstandspflicht der Beklagten steht dem Grunde nach außer Streit. Für seinen geplanten zweimonatigen Urlaub in Italien, der nicht verschoben werden konnte, mietete der Kläger ein – einfacheres – Ersatzwohnmobil, da klar gewesen war, dass die Reparatur bis zum Reiseantritt Anfang September nicht fertiggestellt werden konnte. Das nicht autarke Ersatzwohnmobil hätte er im November jedoch nicht in Italien verwenden können, so dass er während des Urlaubs sein repariertes Wohnmobil nach Italien verbringen ließ. Diese Vorgehensweise sei günstiger gewesen als die (weitere) Anmietung und Aufrüstung des Mietwohnmobils. Das LG Hamburg sieht keinen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht (Urteil vom 30.11.2015, Az. 331 O 15/15)

Zum gemäß § 249 BGB ersatzfähigen Schaden gehören auch die vom Kläger gezahlten Mietwagenkosten in Höhe von € 3.360,01 als Ausgleich des Gebrauchsentzuges seines Fahrzeuges.

Der Kläger muss sich insoweit keinen Verstoß gegen seine Schadensminderungspflicht aus § 254 BGB entgegenhalten lassen. Der Kläger hat unmittelbar nach Entdecken des Unfallschadens die notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Schadensbeseitigung zu veranlassen. Er hat binnen weniger Tage sowohl einen für die Schätzung von Schäden an Wohnmobilen geeigneten Sachverständigen gefunden und beauftragt als auch eine entsprechend spezialisierte Fachwerkstatt für Wohnmobile aufgesucht und die Reparatur dort bereits am 18.08.2014, unmittelbar nachdem das beschädigte Mobil durch den Gutachter besichtigt worden war, in Auftrag gegeben. Angesichts der Kompliziertheit der Reparatur, die u. a ...

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