Kündigung von „Al Capone″ wegen Tätlichkeit gegenüber einem „Clown″ wirksam

von Alexander Bissels

Die närrischen Tage setzen arbeitsrechtliche Regeln nicht außer Kraft. Das zeigt eine aktuelle Entscheidung aus Düsseldorf zu einer fristlosen Kündigung.

Als wenig frohsinnig ist eine Entscheidung des LAG Düsseldorf für den betroffenen Arbeitnehmer einzustufen (Urt. v. 22.12.2015 – 13 Sa 957/15). Die „jecken Tage“ haben für diesen einen bitteren Nachgeschmack.

Kündigung wegen Tätlichkeit: „Al Capone“ verletzt Clown

Die Parteien stritten über die Wirksamkeit einer fristlosen Kündigung wegen des Vorwurfs einer Tätlichkeit.

Der schwerbehinderte Kläger war als „Al Capone“ verkleidet. Im Laufe einer betriebsinternen Karnevalsfeier versuchten zwei Mitarbeiterinnen mehrfach, ihm die Krawatte abzuschneiden. Er war damit nicht einverstanden.

Während einer Polonaise bat der Kläger wiederholt eine der Damen, die Versuche bleiben zu lassen. Zeitlich danach kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Kläger und einem als Clown kostümierten Mitarbeiter.

Das Ende vom Lied: der Clown wurde an der Stirn verletzt. Für „Al Capone“ folgte die fristlose Kündigung wegen einer Tätlichkeit. Das Integrationsamt erteilte dazu dessen Zustimmung.

Vorwurf: Tritte und Schläge gegen Mitarbeiter

Die beklagte Arbeitgeberin wirft dem Kläger vor, er habe den als Clown verkleideten Mitarbeiter in den Unterleib getreten und ihn in das Gesicht geschlagen.

Unmittelbar danach habe er dem Clown, einem Brillenträger, den Inhalt eines Bierglases in das Gesicht geschüttet und ihm dann das leere Bierglas mit der Vorderseite in das Gesicht gestoßen. Dieses sei zersplittert, woraufhin ein Notarzt ihm mehrere Glassplitter aus der Stirn entfernte ...

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