Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz findet Fussball eigenartig

Fussball-Deutschland atmet durch. Stand jetzt können Verträge mit Fussballprofis stets befristet werden, so dass die Clubs ihre Spieler in regelmäßigen Abständen austauschen können. Sie haben das für selbstverständlich gehalten? Und von der Aufregung haben Sie auch nichts mitbekommen? Dann fassen wir diesen lebensnahen Bereich des Arbeitsrechts für Sie einmal zusammen:

Für Erleichterung auf Seiten der Fussballclubs sorgte ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz vom 17.02.2016.

Der Fall: Torwart klagt auf unbefristeten Vertrag

Notwendig wurde dieses Urteil durch ein überraschendes erstinstanzliches Urteil des Arbeitsgerichts Mainz aus dem Jahr 2015.

Heinz Müller war seit Sommer 2009 als Torwart des Bundesligavereins 1. FSV Mainz 05 beschäftigt. Er erhielt einen auf drei Jahre befristeten Vertrag, im Anschluss daran einen auf drei weitere Jahre befristeten Vertrag. Zum Ende dieser Laufzeit im Sommer 2014 erhob Müller Klage gegen seinen Club. Er griff unter anderem die Befristung an, genauer gesagt klagte er auf Feststellung, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis besteht.

Der FSV Mainz 05 war der Ansicht, dass die Befristung wirksam und das Arbeitsverhältnis beendet ist. Als Gründe führte der Club an, dass es absolut branchenüblich ist, im Profifussball befristete Verträge zu schließen. Die Spieler müssten auswechselfähig bleiben, unter anderem weil die Leistungserwartung extrem schwanken könnte. Außerdem steige mit zunehmendem Alter das Verletzungsrisiko.

Professionelle Fussballspieler sind Arbeitnehmer

Zu dem Streit an sich muss man wissen, dass professionelle, bezahlte Fussballspieler arbeitsrechtlich gesehen Arbeitnehmer sind. Und für Arbeitnehmer gilt: Ohne sachlichen Grund darf grundsätzlich (nur) zwei Jahre lang befristet werden. Mit sachlichem Grund ist eine Befristung länger möglich, vorausgesetzt natürlich, dass ein solcher Grund auch besteht ...

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