die Paritäten und die Armen

von Rainer Göhle
Meine Lieblingsstatistik ist auf dem Markt. Der Bericht des patitätischen Wohlverbands. Bitte einen Tusch und schon können wir zur Zusammenfassung übergehen: alles schlimm, schlimm, schlimm.

Die Erhebung errechnet - wer nachlesen möchte Seite 10 aus dem Median (50 % haben mehr, 50 % haben weniger) der Einkommen einen Wert, 60 % davon ist die Grenze zur Armut. Für Mehrpersonenhaushalte ergeben sich daraus gewisse Mischwerte, denn der erste Erwachsene ist 1, jeder weitere über 14 0,5, und jüngere sind 0,3. 4-köpfige Familie 2,1. Warum ? Ist so. Daraus ergeben sich Armutsschwellen bundesweit einheitlich von 917 für Singles und 1651 € für Paare mit zwei Grundschulkindern. Zugute halten kann man diesem Ansatz, dass man mit irgendetwas arbeiten muss.

Was man daran nicht gefällt: Der Hartz IV Satz für Singles in München liegt bei über 1050 - einschließlich der extrem hohen Unterkunftskosten, von Familien wollen wir lieber gar nicht anfangen. Umgekehrt ist ein Single in Frankfurt/Oder, dem ein Haus gehört, der in Polen einkaufen geht, eine Million auf der Bank hat und an der Fakultät als 1/4-Doktorand weniger als 917 € bekommt automatisch ein Zeichen für die zunehmende Verarmung in diesem Land.

Das ist in der Erhebung aber bewusst vermieden - Seite 13 - und das ist dann der Grund warum ich so wenig Lust auf diesen Blödsinn habe. Nicht ganz zu Unrecht daher ein Kommentar im Spiegel. Die Statistik gibt ein falsches Bild der Armut ab, das erkennt man auch daran, dass die Länderzahlen zu Armut und Hartz IV teilweise wenig miteinander zu tun haben - Seite 19 (in Berlin 20 % Armut, 20,2 % Hartz IV - also sind Hartz Iv Empfänger in Berlin nicht unbedingt arm).

Ich wehre mich nicht gegen der Ansatz, dass vermutlich 1/5 der Bevölkerung arm sind. Ich halte das allerdings auch - wenn man es in Relation setzt für kaum vermeidbar ...Zum vollständigen Artikel

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