Zugtoilette defekt? Kein Schmerzensgeld wenn es in die Hose geht

von Stephan Weinberger

Die Situation dürfte Pendlern, die regelmäßig in den Zügen der Deutschen Bahn unterwegs sind, nicht unbekannt sein: Defekte Zugtoiletten. Im vorliegenden Fall musste das Landgericht Trier über die Frage entscheiden, ob einer Frau wegen einer defekten Zugtoilette ein Schmerzensgeld zusteht, nachdem sie es nicht mehr rechtzeitig auf eine stationäre Toilette am Bahnhof geschaffen hatte.

Die Klägerin reiste mit Zügen der Deutschen Bahn von Düsseldorf nach Trier. Nach verspäteter Ankunft am Umsteigebahnhof Koblenz nutze sie anstelle des nicht mehr erreichten Regionalexpress die später abfahrende Regionalbahn. Die im Zug befindliche Toilette war defekt. Die Klägerin sah sich gezwungen, ihren bereits bei Antritt der Fahrt bemerkten Harndrang während der gesamten Reisezeit von knapp zwei Stunden zu unterdrücken. Von der in Erwägung gezogenen Möglichkeit, den Zug an einer der insgesamt 30 Haltestellen zu verlassen, machte sie keinen Gebrauch. Nach dem Verlassen des Zuges in Trier war sie schließlich nicht mehr in der Lage, rechtzeitig eine Toilette aufzusuchen, weshalb sich ihre Blase unkontrolliert auf dem Bahnsteig entleerte.

Sie beansprucht von der Beklagten ein Schmerzensgeld in Höhe von 400.- €. Das Amtsgericht Trier hat ihr in erster Instanz ein Schmerzensgeld in Höhe von 200.- € zugebilligt. Gegen diese Entscheidung haben beide Parteien Berufung eingelegt.

Die zuständige Kammer hat die Klage nunmehr abgewiesen ...

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