Kritisches zum Deutschen Corporate Governance Kodex

von Ulrich Noack

Der Arbeits­kreis Externe und Interne Über­wa­chung der Unter­neh­mung (AKEIÜG) hat sich im aktu­ellen Heft „Der Betrieb” (Nr. 7/​2016, S. 395) kri­tisch zum DCGK geäu­ßert. Ins­be­son­dere werden die Aus­höh­lung des comply-​or-​explain-​Prinzips und eine zuneh­mende „Ver­recht­li­chung” beklagt. Der Arbeits­kreis gelangt zu den fol­genden Thesen:

„Das dem angel­säch­si­schen Rechts­kreis ent­nom­mene Kon­zept comply-​or-​explain sichert dem Kodex ein Min­destmaß an Beach­tung. Der Kapi­tal­markt und andere Sta­ke­hol­der­gruppen sollen ent­scheiden, wie sie even­tu­elle Abwei­chungen von den Emp­feh­lungen im Unter­nehmen bewerten. Das hinter dem Kodex ste­hende Prinzip der frei­wil­ligen Selbst­re­gu­lie­rung wurde in den ver­gan­genen Jahren aller­dings zuneh­mend durch die Über­nahme von Stan­dards in gesetz­liche Rege­lungen sowie durch den Begrün­dungs­zwang im Rahmen der Ent­spre­chens­er­klä­rung kon­ter­ka­riert. Um die ursprüng­lich ange­strebte Kommunikations- und Steue­rungs­funk­tion des Kodex nicht weiter aus­zu­höhlen, ist seine zuneh­mende Ver­recht­li­chung abzu­lehnen. Es sind klare Grund­sätze zu ent­wi­ckeln, welche Rege­lungs­in­halte gesetz­lich zu ver­wirk­li­chen sind und damit nicht in den DCGK auf­ge­nommen werden, und welche Rege­lungen sich für ein comply-​or-​explain anbieten. Dies bringt mehr Struktur in den DCGK und macht zukünf­tige Ände­rungen abschätzbar. Dadurch ließen sich zudem Kosten bei den Anwen­dern redu­zieren. Trans­pa­renz für den Kapi­tal­markt kann nur ein Kodex schaffen, der über­sicht­lich und ver­ständ­lich ist. Daher ist zu über­legen, z.B ...Zum vollständigen Artikel

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