Prominente Juristen machen sich für Unschuldsvermutung stark

von Thomas Wings

Unter der Überschrift „Prominente Juristen machen sich für Schalker Ultras stark“ erschien am 17.02.2016 der verlinkte Artikel in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, der auch im überregionalen Teil auf Seite 3 abgedruckt wurde. Da dieser Artikel mich persönlich anspricht und hier so einige Dinge Anlass für eine Erwiderung geben, nutze ich meinen kleinen und feinen Blog für diese Antwort.

Im Artikel wird meine Tätigkeit für die Königsblaue Hilfe, einem Rechtshilfeverein für Schalkefans erwähnt und mit einem bewusst kritischen Unterton geschildert, dass die Anwälte der KBH offensiv die Rechte von Mitgliedern der „Hugos“, einer Schalker Ultragruppierung, vertreten würden. Nicht, dass es nicht sowieso die Aufgabe von VerteidigerInnen ist, Menschen gleich welcher weltanschaulichen Herkunft gegen alle nur denkbaren Vorwürfe des Staates zu verteidigen. Ich fasse es daher als Kompliment auf, wenn das Wahrnehmen von Rechten offenbar so erfolgreich sein muss, dass es dies in den überregionalen Zeitungsteil schafft. Was mich (und viele andere) ärgert, ist der damit einhergehende Vorwurf, dass eine Zeitung kritisiert, dass so etwas wie Verteidigungsrechte überhaupt ausgeübt werden. Als würde es Menschen oder Vorwürfe geben, die man nicht bzw. gegen die man sich nicht verteidigen dürfte.

Aber gehen wir Punkt für Punkt vor:

1.

Die Königsblaue Hilfe ist nicht die Rechtsabteilung der Hugos. Der Verein bietet anwaltliche Unterstützung für alle SchalkerInnen, falls mal jemand in die Mühlen der Justiz gerät. Übrigens in fast(!) allen(!!) Fällen unschuldig. Das Problem der Presse, insbesondere der gerichtsbeobachtenden Presse, liegt ja darin, dass die Erkenntnisquellen gering sind. GerichtsberichterstatterInnen bedienen sich in der Regel der Beobachtungen aus den Verhandlungen. Daneben aus den Pressemitteilungen von Polizei, Staatsanwaltschaften und Gericht ...

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