Gesetzliche Erbfolge

Wenn sie ohne Testament (oder Erbvertrag) versterben bestimmt der Gesetzgeber wer Ihr Erbe erhält. Dies nennt man auch die gesetzliche Erbfolge. Schätzungen zufolge haben nicht einmal 1/3 der Bundesbürger ein Testament, so dass dieser Fall bei der Mehrheit der Bevölkerung eintritt. Das liegt daran, dass viele Menschen sich keine genauen Gedanken darüber machen was nach ihrem Tod mit ihrem Vermögen geschehen wird. Sie vertrauen schlicht darauf, dass das Gesetz eine für sie passende Regelung getroffen hat.

Die gesetzliche Erbfolge ist eine „Schönwetterlösung“

Die gesetzliche Erbfolge basiert auf Verwandtschaft, d.h. Ihr Geld bleibt in der Familie. Der Gesetzgeber geht in seiner Regelung von einer intakten Familie aus. Man kann diese Lösung damit auch als „Schönetterregelung“ bezeichnen. Solange Ihre Familie dem gesetzgeberischen Normalfall entspricht, d.h. Ehe und Kinder und sich alle in der Familie gut verstehen, mag die gesetzliche Erbfolge in vielen Konstellationen Ihrem Interesse als Erblasser gerecht werden. Doch was ist mit einer Ehe in der es schon länger kriselt oder die sogar kurz vor der Scheidung steht? Was ist mit Eltern, die keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben, da sie sich zerstritten haben? Selbst viele glückliche Paare entscheiden sich heute dafür nicht mehr traditionell zu heiraten, die Zahl der Ehen in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Und schließlich werden auch moderne Patchworkfamilien immer mehr zur gesellschaftlichen Norm. All diese Konstellationen konnte der Gesetzgeber im Jahr 1900, als die gesetzliche Erbfolge in ihrer heutigen Form eingeführt wurde, nicht vorausahnen. In all diesen Fällen liegen daher Welten zwischen dem was Sie als eine gerechte Erbfolge empfinden würden und dem, was die gesetzliche Erbfolge, wenn Sie ohne Testament versterben, herbeiführt ...

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