German Pellets-Insolvenz und die gescheiterte Eigenverwaltung

von Oliver Gothe Syren

Trotz des mit dem Insolvenzantrag verbundenen Antrages auf Eigenverwaltung ist es ein ganz “normales” Insolvenzverfahren mit für die Geschäftsführung einhergehendem Kontrollverlust. Der Plan war: Sanierung in Eigenregie mit Gründer und Geschäftsführer Peter Liebold und einem vorgeschlagenen vorläufigen Sachwalter (Lucas Flöther aus Halle) und weiterer Regie des Münchener Beraters Frank Günther.

Die Tatsache, dass das Management nun nicht mehr die notwendigen Entscheidungen treffen kann, mag in vielen Fällen für alle von einer Insolvenz betroffenen positiv sein: In vielen Fällen sind Managementfehler (mit) Ursache einer Pleite. In vielen anderen Fällen gibt es jedoch andere Gründe, die zur Insolvenz führen. Im Insolvenz-Fall German Pellets ist die Entscheidung gegen die Eigenverwaltung und Einsetzung eines üblichen vorläufigen Insolvenzverwalters (hier Bettina Schmudde) deshalb für viele irritierend, weil der Plan der Eigenverwaltung unter Zustimmung von mehreren großen Gläubigern koordiniert worden ist.

Offenbar hatten sich die größten Einzelgläubiger des Unternehmens abgesprochen. Aus Insiderkreisen ist zu hören, dass eine Art „vorläufiger Gläubigerausschuss“ gebildet wurde. Diesem sollen unter anderen die Commerzbank, die Kreditversicherer Euler Hermes und Coface, Arbeitnehmervertreter und die Bundesagentur für Arbeit angehören (großer Gläubiger, weil sie den rund 550 deutschen Mitarbeitern nach dem Insolvenzantrag drei Monate lang Insolvenzgeld zahlt).

Die Anlegerschutzgemeinschaften DSW und SdK, die viele Anleihegläubiger vertreten, sehen sich übergangen.

Die Entscheidung über die Regie im (vorläufigen) Insolvenzverfahren ist eine wichtige Weichenstellung:

Die Insolvenz von German Pellets ist eine der größten Insolvenz-Fälle in der sensiblen Branche “Erneuerbare Energien” ...

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