Flugsicherung Skyguide verletzte Arbeitsrecht in Hunderten von Fällen

von Martin Steiger

Die staatliche Flugsicherung Skyguide verletzte während Jahren das schweizerische Arbeitsrecht. Die Ferienlöhne von mehreren hundert Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Stundenlohn wurden rechtswidrig abgerechnet. Die meisten Betroffenen wurden von Skyguide bislang nicht oder nur teilweise entschädigt.

In der Schweiz dürfen Ferien grundsätzlich nicht durch Geld abgegolten werden, sondern müssen zwingend in natura bezogen werden (Art. 329d Abs. 2 i.V.m. Art. 361 Abs. 1 OR). Grund für dieses Abgeltungsverbot ist der Erholungszweck der Ferien, damit sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich erholen können.

«Arbeit im Stundenlohn: Skyguide muss Ferien nachzahlen» (Zusammenfassung in der Konsumentenzeitschrift K-Tipp)

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In langjähriger Rechtsprechung hat das Schweizerische Bundesgericht folgende Ausnahme zugelassen:

Bei unregelmässigen Beschäftigungen können die Ferien mit einer Ferienentschädigung, die zusätzlich zum Lohn bezahlt wird, abgegolten werden. Die Ausnahme besteht unter der Voraussetzung, dass der Ferienlohnanteil sowohl im Arbeitsvertrag als auch auf jeder einzelnen Lohnabrechnung ausdrücklich ausgewiesen wird.

Arbeitnehmer sollen aufgrund der Lohnabrechnungen erkennen können, in welcher Höhe zusätzlich zum Lohn eine Ferienentschädigung entrichtet wird, damit dieses Geld während den Ferien auch tatsächlich zur Verfügung steht. Arbeitgeber, welche diese Voraussetzung missachten, verletzen schweizerisches Arbeitsrecht und riskieren eine Ferienlohn-Nachzahlung.

Skyguide: Rechtswidrige Ferienlohn-Abrechnungen

Skyguide ist das Unternehmen der Schweizerischen Eidgenossenschaft für militärische und zivile Flugsicherung. Der Bundesbetrieb mit hoheitlichen Aufgaben unterliess es während Jahren sowie gegenüber mehreren hundert Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, den Ferienlohnanteil in den einzelnen Lohnabrechnungen auszuweisen ...

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