Tätertrennung und die Gegenmittel

von Carsten R. Hoenig

Das kennt man aus dem Fernsehen: Die Beschuldigten werden getrennt voneinander befragt. Sie sollen sich nicht untereinander absprechen können. Also schließt die Polizei die Festgenommenen auf den Wachen erst einmal in getrennte Zellen. Dann werden sie nacheinander zum Verhör geholt. Das Ganze zieht sich dann über den Tag hin in die Länge, bis die Verdächtigen dann dem Haftrichter vorgeführt werden.

Getrennte Unterbringung
Wird nun eine größere Gruppe von Beschuldigten festgenommen und anschließend in die Untersuchungshaft geschickt, stellt sich die Frage, wie man den Informationsaustausch zwischen den Gefangenen unterbindet. Dazu steht dem Haftrichter, der den Haftbefehl erläßt, ein unangenehmes Instrument zur Verfügung: Er macht ein Kreuzchen im Formular mit der Überschrift „Tätertrennung – von Wilhelm Brause, Gottfried Gluffke und Bulli Bullmann getrennt unterzubringen!„. So sieht es § 119 Abs. 1 Ziff 4 u. 5 StPO vor.

Einschränkungen
Das führt zu massiven Einschränkungen während der Untersuchungshaft. Die Anstalt gibt sich alle Mühe, den Kontakt unter den genannten Mitgefangenen zu verhindern. Wie das im Einzelnen aussieht, welche Auswirkungen das hat und wie die Tätertrennung von den Gefangenen unterlaufen wird, beschreibt Achim in einem Beitrag auf Knast.Net:

Damit wir uns über den Termin nicht absprechen konnten, hatten wir einzel duschen und einzel Freistunde. Zur Freistunde warst du immer mit einen Schliesser alleine auf dem Hof, sowie beim duschen, Arztbesuch usw. an der Zellentür hing ein Schild von Hand zu Hand. Also immer in Begleitung ...

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