Geldwäsche und Bitcoin

Gastbeitrag von Robin Oberschelp

Der Autor studiert derzeit Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld im Schwerpunkt Kriminalwissenschaften/Wirtschaftsstrafrecht. Der Beitrag behandelt die neue europäische Geldwäscherichtlinie und baut auf einer Seminararbeit auf.

Geldwäsche und Bitcoin

Die wiederholt durch datenschutzrechtliche Skandale und eine entsprechende mediale Berichterstattung angefachte Diskussion um ausufernde Abhörmaßnahmen verschiedenster Sicherheitsbehörden hat großflächig und anlasslos konzipierte Datensammlungen erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. So erklärte jüngst etwa der EuGH in seinem Urteil vom 06. Oktober 2015 die Entscheidung der Kommission, in welcher festgestellt wurde, dass die Vereinigten Staaten von Amerika ein angemessenes Schutzniveau übermittelter personenbezogener Daten gewährleisten, für ungültig (sogenanntes Safe-Harbor-Abkommen). Gleichwohl überdachte jemand, der in den letzten Monaten – etwa bei einer Onlinebestellung – personenbezogene Daten angeben musste, seine Entscheidung aufgrund des erschütterten Vertrauens in die informationstechnische Infrastruktur vermutlich mehrmals und bemühte sich um Anonymität.

Eine Möglichkeit dazu bietet die „Silk-Road“. Dabei handelt es sich um einen Online-Marktplatz, der nicht über typische Suchmaschinen auffindbar ist und auf dem – neben normalen Gütern und Gebrauchsgegenständen – problemlos auch illegale Betäubungsmittel oder Waffen erworben werden können. Eine der dort akzeptierten – virtuellen – Währungen wird als „Bitcoin“ bezeichnet. Die jeweiligen Unternehmen, welche derartige Zahlungsmittel akzeptieren, um sich bei den spezifischen Kundengruppen günstig zu positionieren, reichen von Online-Shops, über Unternehmen wie WikiLeaks bis hin zu Szenekneipen. Speziell für den Zahlungsverkehr könnte Bitcoin also ein geeignetes Instrumentarium zur Erschwerung der Überwachung darstellen ...

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