Deutschlands Arbeitsgerichte (20) – Radolfzell

von Martin Lützeler

Wir zeigen in unserer Serie Deutschlands Arbeitsgerichten – den Gebäuden, ihrer Architektur und der Umgebung. Heute das Arbeitsgericht Radolfzell.

Grüße vom Bodensee?! Heute stellen wir das Arbeitsgericht in Radolfzell am Bodensee vor.

Nach Radolfzell am Bodensee fuhr ich mit der Schwarzwaldbahn durch verschneite Modellbahn-Täler ohne Mobilfunknetz. Radolfzell, im Jahr 826 gegründet, liegt am nördlichen Ufer des Bodensees am Untersee und hat über 30.000 Einwohner.

Der Bahnhof befindet sich direkt am Seeufer – ein kurzer Schritt und der Besucher gelangt von Bahnsteig 6 direkt zur Uferpromenade.

Das Arbeitsgericht liegt auf der anderen Seite des Bahnhofs, sodass man lediglich die Uferstraße überqueren muss.

Das Arbeitsgericht ist eigentlich nicht das Arbeitsgericht, sondern das Amtsgerichtsgebäude, in dem das Arbeitsgericht Lörrach seine Kammern Radolfzell im dritten Stock untergebracht hat.

Das Gebäude nennt sich Ritterschaftshaus und war Tagungsort sowie Verwaltungsmittelpunkt der Hegau-Ritterschaft „Zum St. Georgenschild″. Diese Ritterschaft war ein Kanton der freien Reichsritterschaft. Die Reichsritterschaft gliederte sich in Ritterkreise, die sich wiederum in Kantonen zusammensetzte.

Das Kanton Hegau-Allgäu-Bodensee gehörte zum schwäbischen Ritterkreis, der im 15. Jahrhundert entstanden ist. Dieser Ritterkanton hatte eines seiner Quartiere im Ritterschaftshaus, das ihm vom Junker Hans von Schellenberg vermacht wurde. Mit Auflösung der Reichsritterschaft am Ende des Heiligen Römischen Reiches wurde das Gebäude 1806 Kaserne, ab 1810 Bezirksamt. Die Ritterhistorie merkt man dem massiven Gebäude an. Es gab eine Kapelle, ein Archiv, einen Sitzungssaal sowie Stuben für die Advokaten und den Syndicus.

Das Gebäude im heute einheitlichen Renaissancestil steht auf einem L-förmigen Grundriss, dessen Stirnseite an der zum Bodenseeufer abfallenden Seestraße liegt ...

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