Warum müssen Retter Fotos an Unglücksorten machen? {Das Bad Aiblinger “Retter-Selfie”}

von Liz Collet

Ein Foto von der Unglücksstelle in Bad Aibling sorgt derzeit für Aufruhr in sozialen Netzwerken, weil es einen Helfer zeigt, der lächelnd sein Smartphone in Höhe hält.

Viele der Nutzer erheben den Vorwurf, ein Selfie vor dem Unglückszug oder – ort zu machen und sich damit an der Katastrophe zu belustigen. Sie empfinden das Foto als Beleidigung der Opfer des Unglückes bei Bad Aibling, bei dem nach Angaben der Polizei bislang 11 Menschen starben und viele weitere verletzt wurden.

Aufgenommen hat das umstrittene Bild ein Fotograf der Nachrichtenagentur “Nonstopnews”. Die Agentur klärte im Laufe des Nachmittags dann mit folgendem Text über das Foto hier berichtet auf:

“Diese Szene, die zufällig am Rande der Rettungsmaßnahmen beim schweren Zugunglück bei Bad Aibling, auch durch unseren Reporter aufgenommen wurde, sorgt derzeit bundesweit für mächtig Wirbel in den sozialen Netzwerken. Wir möchten dazu folgendes erklären: Anders als das Standbild vermuten lässt, macht der Helfer vor Ort kein Selfie vor dem Unglückszug, sondern fotografiert “lediglich” mit seinem Handy die aufgebaute Presse am gegenüberliegenden Ufer. Die daraus resultierenden Veröffentlichungen zeigen jedoch, welch fragwürdige Wirkung selbst ein solches vielleicht unbedacht geschehenes Handeln haben kann.

Wir zollen allen Rettungskräften, die sich an der heutigen Ausnahmesituation beteiligt haben, unseren großen Respekt für ihre Arbeit.”

Betrachtet man das Bild, ist es genau genommen nicht nur der eine Helfer, sondern auch ein weiterer neben ihm, der auf das Handy lachend blickt. Die Situation mit Heiterkeit vor einer Katastrophe wirkt deplaziert, gleichgültig, ob die beiden dabei fotografiert werden, während der eine ein Selfie macht oder ob er – wie nun behauptet wird – die Presse am gegenüberliegendem Ufer fotografiert ...

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