Der Kampf gegen das AGG-Hopping

Vorlagebschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 18.06.2015 Zur Bewertung von Scheinbewerbungen auf diskriminierende Stellenausschreibungen

AGG-Hopper werden im Bereich des Arbeitsrechts Menschen genannt, die sich gezielt auf Stellen bewerben, deren Stellenausschreibung nicht dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) genügt, also diskriminierend ist. Im Fall einer Ablehnung machen die Bewerber Schadenersatzansprüche geltend. AGG-Hopper machen sich zunutze, dass jeder Bürger diskriminierungsfähige Merkmale in sich trägt. Wir alle haben ein Alter und können daher entweder „zu jung“ oder „zu alt“ sein, ein Geschlecht, eine Ethnie und viele Menschen haben eine Behinderung. Die einzelnen diskriminierungsfähigen Merkmale können Sie hier nachsehen, sie sind übrigens abschließend. Eine Benachteilung wegen des dort nicht genannten Merkmals des nicht ansprechenden Äußeren kann man also ethisch zweifelhaft finden, sie ist aber nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz nicht untersagt.

Anforderungen an Stellenausschreibungen

Für Stellenausschreibungen gilt: Ein Arbeitsplatz darf nicht so ausgeschrieben werden, dass eine Benachteilung wegen eines der diskriminierungsfähigen Merkmale erfolgt (§ 11 AGG). Ausnahmen sind absolut notwendige Eigenschaften für die zu besetzende Stelle, das ist allerdings selten.

Benachteiligung bedeutet, dass eine Person wegen eines diskriminierungsfähigen Merkmals eine weniger günstige Behandlung erfährt, im Fall von Stellenausschreibungen also gar nicht weiter in Betracht gezogen wird.

Eine diskriminierende Stellenausschreibung spricht in der Regel ein in § 1 des AGG genanntes Merkmal direkt an. Stellenausschreibungen, nach denen „ein Kraftfahrer“ (und nicht ein/e Kraftfahrer/in) oder ein Mitarbeiter „unter 30 Jahren“ gesucht wird, sind hierfür Beispiele ...

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