“Du kannst nicht beweisen, wo Du 170.000 Euro her hast? Dann g’hörn’s erst mal uns!” {Polizeiliche Kasseneinnahme sui generis}

von Liz Collet

Der Begriff “g’hörn” im Bayerischen ist sehr vielseitig einsetzbar. Das muss an dieser Stelle betont werden. Er umfasst nicht nur “Besitz” und “Eigentum” im eigentlichen rechtlichen Sinne.

Er kann auch eben in Situationen verwendet werden, in denen etwas erst einmal bis zur Klärung sichergestellt, also: einkassiert wird.

Allerdings ist dabei durchaus Vorsicht geboten, damit zwischen Erklärungs- und Empfängerhorizont diese sprachliche Vielfalt der Anwendung des Satzes

“Dann g’hört’s gleich einmal mir”

nicht mit

“Dann g’hört’s gleich erstmal mir”

verwechselt wird und später zu Streitigkeiten zwischen vorläufigen und dauerhaften Besitz- und Eigentumsansprüchen kommt.

Wir wissen nicht um den genauen Wortlaut der Unterhaltung, die geführt wurde, als bei einer Polizeikontrolle bei einem Kläger Bargeld in Höhe von etwa 170.000 Euro gefunden wurden.

Wir disziplinieren uns jetzt gemeinsam, nicht in Tagträume abzuschweifen, wie gern wir einmal so eine Summe gern fänden und wie gut wir wüssten, sie zu verwenden.

Nun müssen wir uns bei der folgenden Geschichte, die das Gericht beschäftigt, aber sehr schnell wundern und fragen, wieso wir – wären wir in Besitz von solcher Summe Bargeld – uns zu rechtfertigen hätten, woher wir dieses haben?

Im Allgemeinen gilt eigentlich der Satz:

“Was ich hab, das hab ich und das geht Dich nix an”.

Eine betrübliche Korrektur dieser Regel, die im Grundgesetz mit einer Eigentumsgarantie eigentlich auch ein schönes Sicherheitsschloss besitzt, erfährt der Mensch dann, wenn er Lohn oder Einkommen oder Schenkungen oder Erbschaften erhält und andere die Hand aufhalten, um Einnahmen für Ausgaben der öffentlichen Hand zu erlangen. Aber sonst? Nun ja. Da wäre noch der bekümmernde Effekt, den Scheidungsrecht mit sich bringt und in Sätze ummünzt wie:

“Was Dir gehört, gehört auch mir und was mir gehört, geht Dich nichts an ...

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