„Die Frau ist Klospülung, die versucht, Gebühren abzuzocken“

von Stephan Weinberger

Die Frage, ob es sich um einen modernen Robin Hood oder um einen jungen Mann mit schlechtem Benehmen handelt, musste das Landgericht Chemnitz so nicht klären. Es kam aber wie das Amtsgericht Aue zu dem Entschluss, dass der 32-Jährige in strafbarer Weise Mitschnitte von Telefonaten ins Internet gestellt hat. Damit verfolgte der Angeklagte seine eigene Art der Verbraucheraufklärung im Bankenwesen. Er zeigte sich reumütig, muss aber trotzdem für zwei Jahre in Haft.

Was war passiert?

Maik G. heißt der junge Mann, der mit Geldinstituten in ganz Deutschland telefonierte und sich nach den Konditionen für ein Pfändungsschutzkonto erkundigte. Er hielt sich wohl für eine Art modernen Robin Hood, der die Interessen des kleinen Mannes gegenüber den großen Banken wahrnimmt.

Sein Vorgehen war dabei immer gleich: Er gab sich bei den Telefonaten als Kunde aus und verwickelte die Bankangestellten in ein Gespräch, welches er aufzeichnete. Wenn sich im Rahmen des Gespräches herausstellte, dass die verlangten Kontogebühren höher als die vom Bundesgerichtshof in einem kürzlich veröffentlichen Urteil als zulässig angesehen Gebühren waren, stellte G. diese Mitschnitte ins Internet. Gegenüber dem Gericht verwies er darauf, dass er nur aufklären wollte: „Ich wollte die Öffentlichkeit aufklären. Banken wussten, dass sie keine Extragebühren nehmen durften. Ich wollte, dass das nicht so weitergeht. Ich wollte sie bestrafen.“

Es kam, wie es kommen musste ...

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