Der Preis der Terminsvertretung

Das Geschäftsmodell der Vermittler von Terminsvertretungen bei Anwälten hat sich offensichtlich etabliert:

Ein Anwalt muss wegen der gerichtlichen Zuständigkeit einen Verhandlungstermin bei einem weit entfernten Gericht wahrnehmen. Handelt es sich um eine relativ einfache Sache, lohnt es sich selten, selbst quer durch Deutschland zu fahren, allein mit der Fahrt nicht nur Fahrtkosten aufzuwenden, sondern auch noch einen ganzen Arbeitstag in Verkehrsmitteln zuzubringen, und dann nach einem 10-Minuten-Gerichtstermin die Rückreise anzutreten. Dafür sind Teminsvertreter gedacht, also örtliche Anwälte, die mit nur geringem eigenem Aufwand nur den Gerichtstermin wahrnehmen. Das RVG sieht für sie eine volle Terminsgebühr und eine halbe Verfahrensgebühr vor. Gerade in einfach gelagerten Fällen entspricht das aber oft nicht dem tatsächlichen Aufwand und der tatsächlichen Verantwortung des Terminsverteters, der oftmals nur die Meinung des Gerichts entgegennehmen und den vorformulierten Antrag stellen muss. Daher haben sich Vermittler von Terminsvertretungen – auch via Internet – etabliert, in denen man als Anwalt einen örtlichen Kollegen zu einem Pauschalpreis beauftragen kann, den jeweiligen Termin wahrzunehmen.

So weit – so gut und auch so kostenschonend für den Anwalt. Auch ich praktiziere dieses Verfahren regelmäßig, sowohl als Auftraggeber als auch als Terminsvertreter.

Trotzdem muss die vereinbarte Pauschalvergütung aber den tatsächlichen Aufwand und die tatsächliche Verantwortung des Terminsvertreters einigermaßen abbilden ...

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